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Zuletzt aktualisiert: 19.02.2012 um 08:20 UhrKommentare

Große Mehrheit gegen Zusammenlegungen von Pfarren

Foto © APA

Die große Mehrheit der Österreicher lehnt die Zusammenlegung oder Schließung von Pfarren aufgrund des Priestermangels ab. In einer OEKONSULT-Umfrage sprachen sich im Vorfeld der Pfarrgemeinderatswahl im März 87 Prozent dagegen aus. Die Pfarrerinitiative und deren Aufruf zum "Ungehorsam" kennen bereits 86 Prozent, 67 Prozent halten es für eine gute Idee, dass diese weltweit aktiv wird.

Die Zusammenlegung oder Schließung von Pfarren bezeichnen 86 Prozent der Katholiken als "problematisch". Für knapp die Hälfte der Befragten darum, weil diese gerne eine Kirche in der eigenen Ortschaft bzw. im eigenen Wohnviertel hätte. Rund 36 Prozent befürchten, dass Pfarrer in weiterer Folge weniger Zeit für die Seelsorge hätten und der persönliche Kontakt verloren ginge. Nur 8,8 Prozent haben kein Problem mit einer Zusammenlegung von Pfarren, da die Menschen heutzutage wesentlich mobiler seien.

Mit dem Gehorsam, wie ihn die Kirchenleitung angesichts der aktuellen Diskussion einmahnt, hat es auch die Mehrheit der Österreicher nicht so: Für 60 Prozent der Befragten gehört dieser nicht zur "Katholikenpflicht". Insofern widersprechen auch 71 Prozent der Strategie von Kardinal Schönborn im Umgang mit den revoltierenden Pfarrern. Dass Initiativen-Sprecher Helmut Schüller einen "Privat-Feldzug" gegen den Wiener Erzbischof führe, denken 77 Prozent nicht.

Auch dass die Pfarrerinitiative bald versanden könnte, verneint die Mehrheit von 68 Prozent der Befragten. Vielmehr sind sich 82 Prozent sicher, dass die "ungehorsamen" Reformer "nicht mehr zu stoppen" seien. 78 Prozent meinen, der Kirchenkonflikt habe bereits gesamtgesellschaftliche Relevanz erreicht. Demnach meinen auch 82 Prozent, die Amtskirche werde sich früher oder später angesichts ihrer vielfältigen Problemfelder in Richtung Reformdialog bewegen müssen.

Das jüngste Papier der Pfarrerinitiative mit den "Fünf 'Nein'" befürworten 67 Prozent der Österreicher. So sieht sich auch bei den Kernanliegen der Reformer der Großteil der Bevölkerung auf deren Seite: Gleich 89 Prozent finden, Frauen sollten zum Priesteramt zugelassen werden. Demnach sollte die Pfarrerinitiative diese auch direkter ansprechen, schlagen 81 Prozent vor. Anziehungskraft scheint jedenfalls da zu sein: Ebenso 81 Prozent sagten, Schüller habe seit seinem Aufruf zum "Ungehorsam" an Sympathie gewonnen.

Quelle: APA

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