Kärntner Arbeiterkammer feiert ihr 90-jähriges Bestehen
Am 22. Februar 1922 entstand die Kammer für Arbeiter und Angestellte in Kärnten. Das wird gefeiert.

Foto © KKDas ehemalige Gebäude der AK wurde im zweiten Weltkrieg zerbombt
Wenn ein Mensch 90 wird, dürfte er sich schon mit seiner Endlichkeit befasst haben. Wenn die Kärntner Arbeiterkammer (AK) 90 wird, hat sie turbulente Zeiten hinter sich, war dem Ende nah, kann die Zukunft schon hinter sich oder das Beste noch vor sich haben.
AK-Direktor Winfried Haider ist optimistisch, trotz - oder vielleicht gerade wegen Wirtschaftskrise, Raubtierkapitalismus, atypischen Beschäftigungsverhältnissen oder den zu Unrecht hochgejazzten "neuen Selbstständigen": "Oh ja, wir werden auch in zehn Jahren und länger da sein und die Interessen unserer Mitglieder vertreten."
Dritte Kraft
Und damit dem Ziel treu bleiben, das 1922 zur AK-Gründung geführt hat: den mächtigen Handelskammern, die erfolgreich Unternehmerinteressen vertraten, als gleichrangiger Widerpart entgegenzutreten. Neben der Sozialdemokratischen (Arbeiter-) Partei und den Gewerkschaften waren die Arbeiterkammern als Körperschaft öffentlichen Rechts die dritte Kraft zur Stärkung des "kleinen arbeitenden Mannes".
Vieles von dem, was die AK strategisch tut, ist ihren Mitgliedern nicht bewusst. "Doch das Sparpaket würde anders aussehen, wenn es uns nicht gäbe." Ähnliches gilt für Gesetze, bei deren Entstehen die AK ein Wort mitredet. Und natürlich für das krisengebeutelte Europa: "In vielen Ländern will man Staatshaushalte ausschließlich sanieren, indem man versucht, Schutzgesetze und Arbeitnehmerrechte zu lockern und Arbeitskräfte billiger zu machen." Wo es AK gibt, wehren sie sich gegen solche Ungerechtigkeiten.
Andere Leistungen spüren die Arbeitnehmer direkter. Rechtsberatung, Konsumentenschutz, von zahlungsunwilligen Arbeitgebern erstrittene Millionen - diese Einsätze sind ursächlich für das gute Image der AK. (s. Artikel rechts)
In Kärnten konstituiert sich die AK wegen des Abwehrkampfs erst 1922, ein Jahr nach den anderen. 1938 wird sie von den Nazis ausgelöscht und ein Jahr nach Ende des "Tausendjährigen Reichs" wiederbelebt. Dazwischen wurde das Gebäude zerbombt. Die AK hat machtvolle Demonstrationen erlebt und den Fast-Niedergang zur Jahrtausendwende, als Schwarz-Blau ihre Einnahmen kappen wollte.
Und jetzt? Putzt die AK ihr Hauptquartier heraus fürs große Fest am 100-Jahre-Geburtstag . . .













