Mindestens ein Toter bei Zusammenstößen in Ägypten
Bei erneuten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Kairo ist am Montag ein Mensch getötet worden. Damit stieg die Zahl der Toten seit dem Beginn der neuen Protestwelle am Donnerstag auf 13. In der Umgebung des Innenministeriums warfen Demonstranten vom Nachmittag an Steine auf die Sicherheitskräfte. Die Polizei antwortete mit Tränengasgranaten.
In der Nähe des Tahrir-Platzes schoss die Polizei laut Angaben von Augenzeugen mit Schrotkugeln. Parlamentspräsident Saad al-Katatni behauptete hingegen, das Innenministerium habe ihm versichert, es würde kein Schrot eingesetzt. Der liberale Abgeordnete Mohammed Abu Hamed zeigte daraufhin im Parlament eine Patronenhülse, die er nach eigenen Angaben am Ort der Zusammenstöße gefunden hatte. In Ägypten liefern sich Demonstranten und Sicherheitskräfte schwere Auseinandersetzungen, seit am Mittwochabend bei Krawallen nach einem Fußballspiel in Port Said 74 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt wurden.
Unterdessen mehren sich die Zeichen für eine raschere Machtübergabe des Militärs an eine gewählte Zivilregierung. Der Chef des Obersten Militärrates, Feldmarschall Tantawi, rief am Montag dazu auf, die Vorbereitungen für die Präsidentenwahl rasch abzuschließen. Er habe die Dringlichkeit bei einem Treffen mit der Spitze der Verfassungsgebenden Versammlung betont.
Bewerbungen für die Präsidentenwahl würden ab 10. März angenommen, sagte der Leiter der Wahlkommission. Dies sei eine Reaktion auf den Druck politischer Gruppen, den Übergang von der Militär- zu einer Zivilregierung voranzutreiben. Zuvor hatten Berater des Militärrates vorgeschlagen, die Vorbereitungen für die Präsidentenwahl zu beschleunigen: Die Nominierung von Kandidaten solle bereits ab 23. Februar möglich sein und nicht erst Mitte April. Damit könnte die Wahl bereits im April oder Mai stattfinden.













