Münchner Sicherheitskonferenz: Russland im Abseits

Foto © APA
Konfrontation statt Kooperation - Russland und der Westen liegen in globalen Sicherheitsfragen über Kreuz. Die Münchener Sicherheitskonferenz bot am Wochenende einen politischen Schlagabtausch in altem Blockdenken. Rund 2.000 Menschen demonstrierten unterdessen am Samstag in München gegen die Sicherheitskonferenz.
Russland demonstrierte mit seinem Nein zu einer klaren Antwort der Weltgemeinschaft auf die syrische Gewaltherrschaft nach Ansicht von Konferenzteilnehmern ein Verhalten wie im Kalten Krieg. Alle Bemühungen von US-Außenministerin Clinton, ihren russischen Kollegen Lawrow am Samstag noch umzustimmen, schlugen fehl. Syrien ist ein alter Verbündeter Russlands im Nahen Osten und ein guter Waffenkunde.
Vor dem Hintergrund der Präsidentenwahlen in Russland im März und in den USA im November herrscht Stillstand in der Debatte um den Aufbau einer gemeinsamen Raketenabwehr. In Moskau wird erwartet, dass Premierminister Putin ein zweites Mal in den Kreml einziehen wird - ein Mann, für den Russlands Status einer Großmacht politisches Gebot ist.
Lawrow beschwerte sich über eine noch immer unangemessene Rolle Russlands im Projekt der Raketenabwehr. US-Verteidigungsminister Panetta machte aber klar, die USA und ihre Verbündeten schritten davon unbeirrt voran.
Das System soll vor Angriffen unberechenbarer Staaten wie dem Iran schützen. Russland befürchtet aber, dass es gegen seine Raketen gerichtet werden könnte. Moskaus Forderung nach einer Mitentscheidung beim Einsatz wird von der NATO abgelehnt.
Lawrow warnte eindringlich. In Russland schrillten die Alarmglocken. Das Verhältnis zur NATO müsse auf Gleichheit und gegenseitiger Achtung beruhen. Davon seien die Verhandlungen weit entfernt: "Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels."













