Nach WKR-Ball: Fischer verweigert Strache Orden
Nach mutmaßlichem "Juden"-Sager des FPÖ-Chefs spricht der Bundespräsident ein Machtwort und verweigert ihm den versprochenen Orden. Auch die ÖVP geht auf Distanz zu Strache.

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Mit einem Video auf seiner eigenen "Facebook"-Seite ging FPÖ-Chef Heinz Christian Strache am Dienstag kurz in die Offensive. Die Aufnahmen zeigen Demonstranten gegen den Burschenschafterball, die "Widerstand" und "Nazis raus!" rufen. Dutzende Polizisten trennen die Protestierer von den Ballbesuchern. "Pogrom-Stimmung", lautet der Titel des Videos, das wenige Stunden später wieder gelöscht wurde.
Straches bestätigt seine vom "Standard" berichteten Vergleiche zwischen dieser Demo und den Novemberpogromen der Nazis ("Wir sind die neuen Juden") zwar weiterhin nicht. Zumindest den Gedanken dahinter unterstreicht er damit aber. Die Zitate seien nur "aus dem Zusammenhang gerissen". FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hatte zuvor von "linken Faschisten" gesprochen.
Bundespräsident Heinz Fischer lässt das nicht gelten. Per Presseaussendung ließ er verkünden, dass die für Strache vorgesehene Verleihung des "Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern" vorerst ausgesetzt werde. Ihm genüge, was belegt sei: Dass Strache "die Demonstrationen gegen den WKR-Ball - in welchem Zusammenhang auch immer - mit dem verbrecherischen und zahlreiche Todesopfer fordernden Novemberpogrom der Nationalsozialisten in Zusammenhang gebracht hat".
Fischer hat bei der Verleihung des Ordnens, der dem politischen Brauch gemäß Abgeordneten nach zehn Jahren verliehen wird, das letzte Wort. Beantragt wurde die Würdigung routinemäßig von der rot-schwarzen Bundesregierung. Strache kündigte aber an, er werde seinen Orden "nicht wie ein eitler Pfau tragen", sondern im Parlament ausstellen.
Für Strache reagierte zunächst Kickl, der von einer "überflüssigen, pseudomoralischen Agitation des Bundespräsidenten" sprach. Dieser handle "auf Zuruf der linken Jagdgesellschaft".
"Unvergleichbar"
Doch nicht nur die politische Linke geht auf Distanz zu Strache. Auch Vizekanzler und ÖVP-Bundesobmann Michael Spindelegger fordert vom FPÖ-Chef nun eine Entschuldigung. Er sei "innerlich empört", dass dieser vergleiche, "was unvergleichbar ist". Ob der Eklat Auswirkungen auf die zuletzt kolportierten Pläne einer Neuauflage von Schwarz-Blau haben könnte? Was nach der Wahl geschehe, "weiß keiner von uns", sagt Spindelegger. Aber: Derzeit befände sich eine Koalition mit Strache "außerhalb jeder Möglichkeit". Vertreter von SPÖ und Grünen hatten schon am Montag Straches Rücktritt gefordert.
Verärgerter Schlagerstar
Doch nicht nur von Heinz Fischer kommt Ungemach für Strache. Auch eine Namensvetterin des Präsidenten, die deutsche Schlagersängerin Helen Fischer, geht auf Konfrontationskurs mit den Blauen. Bei ihren Neujahrstreffen in Salzburg hatte die Partei ein Video der Sängerin, "Phänomen", gezeigt. Fischer droht mit Unterlassungsklage.













