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Zuletzt aktualisiert: 30.01.2012 um 15:14 UhrKommentare

Aufregung um H.-C. Strache nach Burschenschafter-Ball

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache soll gemeint haben, "das war wie die Reichskristallnacht" und "wir sind die neuen Juden". Einem FPÖ-Mandatar drohen außerdem wegen seiner Uniform Konsequenzen.

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und WKR-Ball-Organisator Udo Guggenbichler

Foto © APAFPÖ-Chef Heinz Christian Strache und WKR-Ball-Organisator Udo Guggenbichler

Der Besuch des Balls des Wiener Korporationsringes, der am Freitagabend in Wien stattgefunden hat, könnte für den FPÖ-Abgeordneten Elmar Podgorschek Konsequenzen haben: Weil der Hauptmann der Miliz in seiner grauen Ausgehuniform erschienen ist, was von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) verboten worden war, droht ihm u.a. eine Verwaltungsstrafe. Die ÖH kritisierte indes FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der am Ball einen Vergleich mit der "Reichskristallnacht" gezogen haben soll.

"Sollte das so stattgefunden haben, wird es selbstverständlich Konsequenzen geben. Wir werden das zur Anzeige bringen", kündigte Darabos' Sprecher im Zusammenhang mit Podgorscheks Auftritt in Uniform an. Dieser hofft auf eine Anzeige, wie er laut "derstandard.at" sagte: "Ich betrachte das Uniform-Verbot als Willkürakt des Ministers." Der FPÖ-Politiker will alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Auch disziplinarrechtliche Sanktionen sind nicht ausgeschlossen: "Die zuständigen Stellen im Bundesheer werden disziplinarrechtliche und verwaltungsstrafrechtliche Konsequenzen prüfen", erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der APA.

Aufregung herrschte indes in der ÖH. Strache soll laut "Standard" (Montagausgabe) zu späterer Stunde und ohne zu wissen, dass ein Journalist in der Nähe ist, gemeint haben, "das war wie die Reichskristallnacht", "wir sind die neuen Juden", es habe Brandanschläge auf die Burschenschafterbuden gegeben. "Wer für diesen Ball arbeitet, der bekommt gleich den Judenstern aufgedrückt", beklagte demnach außerdem Klaus Nittmann, Geschäftsführer des freiheitlichen Bildungsinstituts.

Die ÖH verurteilte Straches Aussagen in einer Aussendung: "Die BallbesucherInnen als 'die neuen Juden' zu bezeichnen und die Angriffe auf Burschenschafterbuden mit der Reichskristallnacht zu vergleichen ist geschmacklos und zeugt vom verfälschten Geschichtsverständnis innerhalb der FPÖ", so das ÖH-Vorsitzteam. "Strache verhöhnt die Millionen Opfer des Holocaust sogar am internationalen Gedenktag auf widerwärtigste Art und Weise." Die Grünen und Alternativen StudentInnen forderten Straches Rücktritt.

Gegen den Ball, der heuer am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stattfand, gab es am Freitag Protestkundgebungen. Laut Polizei wurden 20 Demonstranten festgenommen und insgesamt neun Personen verletzt. Unter den Verletzten ist dem "Standard" zufolge auch der ehemalige SPÖ-Fraktionsführer im Bundesrat, Albrecht Konecny. Er sei auf dem Heimweg von der Demo von einem Mann mit Schlagring niedergeschlagen worden. Dieser habe eine Mütze mit Runen getragen, er sei "einer aus der Glatzen-Szene" gewesen, so Konecny. Polizisten, die in der Nähe gewesen seien, hätten ihn, blutend am Boden liegend, ignoriert.


Fakten

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