Sänger N'Dour darf bei Senegal-Wahl nicht antreten

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Senegals Verfassungsgericht hat die Kandidatur des populären Sängers Youssou N'Dour für die Präsidentschaftswahl zurückgewiesen. Das Gericht erklärte, der international bekannte Sänger habe nicht die nötigen 10.000 gültigen Unterschriften von Unterstützern erhalten. In einer umstrittenen Entscheidung billigte das Gericht am Freitag zudem die Kandidatur von Präsident Abdoulaye Wade.
N'Dour habe nur 8.900 gültige Unterschriften vorgelegt, hieß es seitens der Behörde. Der Sänger selbst hatte von fast 13.000 Unterschriften gesprochen. "Der Entscheid, mich nicht mitmachen zu lassen, hatte nichts mit dem Gesetz zu tun. Es war ein politischer Entscheid, und wir werden mit einem politischen Entscheid antworten", sagte N'Dour ohne Details zu nennen. "Wir werden niemals zulassen, dass Abdoulaye Wade an der Wahl teilnimmt."
Der 85-jährige Wade hat bereits zwei Amtszeiten an der Spitze des westafrikanischen Staates hinter sich, ein drittes Mandat ist umstritten. Laut senegalesischer Verfassung sind einem Präsidenten nur zwei Amtszeiten erlaubt, doch diese Änderung trat erst nach Wades Amtsantritt im Jahre 2000 in Kraft. Das Gesetz gelte nicht rückwirkend, daher solle ihm die Kandidatur für eine dritte Amtszeit erlaubt werden, hatte Wade argumentiert.
In der senegalesischen Hauptstadt Dakar kam es in der Nacht auf Samstag zu schweren Ausschreitungen. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurde ein Polizist getötet. Die Menschen gingen aus einer Laune heraus auf die Straße, die Demonstrationen führten zu nichts, kommentierte Präsident Wade die Aktionen im Staatsfernsehen. Seinen Gegnern warf er vor, nur "fadenscheinige" Argumente gegen seine Kandidatur vorzubringen.
Der Sänger N'Dour hatte erst am Mittwoch seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl bekannt gegeben. Der 52-Jährige ist in seiner Heimat seit langem ein gefeierter Star. In der politischen Sphäre gilt er bereits seit einiger Zeit als scharfer Kritiker an der Regierungspartei. Im November kündigte er an, aus dem Musikgeschäft auszusteigen und sich auf die Politik zu konzentrieren.












