Mehr als 190 Tote bei Anschlägen in Nigeria

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Der Terror der radikal-islamischen Sekte Boko Haram im Norden Nigerias reißt nicht ab: Bei Anschlägen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden seit Freitag mindestens 191 Menschen getötet und viele andere verletzt worden. Die Polizei, die das Ausmaß der Anschläge in der Millionenstadt Kano vom Freitag zunächst heruntergespielt hatte, sprach von 120 Toten.
Im Nachbarbundesstaat Bauchi starben in der Nacht zum Sonntag elf Menschen bei bewaffneten Angriffen auf zwei Kirchen und auf Polizisten. Hintergrund seien vermutlich auch Stammesrivalitäten, sagte der Polizeichef von Bauchi, Ikechukwu Aduba.
Mediziner rechnen mit weiteren Opfern. Die Behörden verhängten am Freitagabend eine 24-stündige Ausgangssperre über Kano.
Der Polizei zufolge wurden bei der Angriffsserie insgesamt acht Orte attackiert. Darunter waren demnach mehrere Polizeiwachen, ein Gebäude der Geheimpolizei, die Residenz eines Polizeioffiziers und Büros der Einwanderungsbehörde. Mindestens zwei der Anschläge sollen von Selbstmordattentätern verübt worden sein. Insgesamt waren mindestens 20 Explosionen zu hören, gefolgt von Feuergefechten an mehreren Orten.
Ein Sprecher der Sekte Boko Haram sagte der nigerianischen Zeitung "Daily Trust", die Taten seien eine Vergeltung dafür, dass die Regierung sich geweigert habe, inhaftierte Mitglieder von Gruppe freizulassen. Die islamistische Sekte hatte in den vergangenen Wochen bei mehreren Anschlägen bereits dutzende Menschen getötet. Die meisten Angriffe richteten sich gegen Christen im Norden Nigerias. Dieser Landesteil wird mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im Süden die Christen in der Mehrheit sind.
Unterdessen wurden in der in der Nacht auf Sonntag bei Angriffen bewaffneter Unbekannter nach Angaben eines örtlichen Stammesführers neun Menschen getötet. Die muslimische Bevölkerungsgruppe der Hausa-Fulani soll für die Angriffe in der Stadt Tafawa Balew im nördlichen Bundesstaat Bauchi verantwortlich sein.












