Scharfe Kritik am Iran
Die Europäer und die USA haben im UNO-Sicherheitsrat die iranische Regierung wegen der Urananreicherung in der Anlage in Fordo scharf kritisiert. Eine Studie besagt indes, dass die atomaren Bestände weltweit schlecht gesichert seien.

Foto © Reuters Ahmadinejad unter Beschuss
Die Europäer und die USA haben am Mittwoch im UNO-Sicherheitsrat die iranische Regierung wegen der Urananreicherung in der Anlage in Fordo scharf kritisiert. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) hatte eine entsprechende iranische Ankündigung am Montag bestätigt. Laut westlichen Diplomaten hätten in der Sitzung auch Russland und China ihre Besorgnis ausgedrückt.
Warnung vor Eskalation
Gleichzeitig warnte der Chef des russischen Sicherheitsrats vor einer militärischen Eskalation im Atomstreit mit dem Iran. Israel dränge die USA zu einer Eskalation des Konflikts, sagte Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew der Zeitung "Kommersant" vom Donnerstag. Es bestehe die "reale Gefahr eines US-Militärangriffs auf den Iran".
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zu sperren. Auch testete der Iran bei einem Marinemanöver im Persischen Golf Raketen.
Die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und der USA betonten nach der geschlossenen Sitzung im Sicherheitsrat, dass der Iran mit der angekündigten Urananreicherung auf 20 Prozent und insbesondere ihrer Verlagerung in die unterirdische Anlage bei Fordo gegen Resolutionen des Sicherheitsrates und auch der IAEA verstoße. Deutschland sehe "die Situation als einen Schritt der Eskalation seitens des Iran an", erklärte der stellvertretende deutsche UN-Botschafter Miguel Berger.
Ahmadinejad kritisiert USA
Indes ist der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Mittwoch in Kuba, der dritten Station seiner Lateinamerikareise, eingetroffen. In einer Rede in der Universität von Havanna kritisierte er erneut scharf "Arroganz und die Hegemoniegelüste" der USA und der westlichen Welt. Auf die aktuelle Verschärfung der Konflikte zwischen dem Iran und den USA ging er nicht ein. Er rief Kuba auf, gemeinsam mit dem Iran die "Weltordnung der Zukunft" vorzubereiten.
"Unsere Mission ist es, dafür zu sorgen, dass sich in der Welt Gerechtigkeit etabliert", sagte er in der Alma Mater Kubas, wo er mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet wurde. Ahmadinejad wollte noch mit dem kubanischen Präsidenten Raul Castro zusammentreffen, ehe er an diesem Donnerstag nach Ecuador weiterreist.
Zuvor hatte er seinen venezolanische Verbündeten, Präsident Hugo Chavez, besucht und am Dienstag in Managua der Vereidigung des ebenfalls US-kritischen nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega beigewohnt.













