Prag gewährt Timoschenko-Ehemann Asyl
Tschechien gewährt dem Ehemann der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko Asyl. Dies bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Prag.

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Regierungskreisen zufolge reichte Oleksander Timoschenko das Gesuch bereits Ende des vergangenen Jahres ein. Seine Frau Julia sitzt wegen Amtsmissbrauchs eine siebenjährige Haftstrafe ab und wurde vor einer Woche in eine Strafanstalt fernab der Hauptstadt Kiew verlegt.
Die Europäische Union hatte gegen die Verurteilung protestiert und das Verfahren als politisch motiviert bezeichnet. Julia Timoschenko gilt als härteste Widersacherin des ukrainischen Staatschefs Viktor Janukowitsch, der sie bei der Präsidenten-Stichwahl im Februar 2010 knapp schlug. Timoschenko war eine der Galionsfiguren der "Orangen Revolution" Ende 2004.
Tschechien macht sich oft für die Opposition in Ländern mit Menschenrechtsverletzungen stark - diese Politik ist ein Erbe des im Dezember verstorbenen ehemaligen Präsidenten Vaclav Havel. Im vergangenen Jahr gewährte Tschechien bereits dem ehemaligen ukrainischen Wirtschaftsminister Bohdan Danilischin Asyl, dem in seiner Heimat ebenfalls Amtsmissbrauch vorgeworfen wurde.
Der Geschäftsmann Oleksander Timoschenko hielt sich während der turbulenten politischen Karriere seiner Frau im Hintergrund. Er wurde Anfang 2001 wegen einer Klage auf Veruntreuung festgenommen, die jedoch kurz darauf wieder fallengelassen wurde. 2010 tauchte er in einem Wahlspot seiner Frau auf.












