Erdrutschsieg der Linken in Jamaika
Bei den Parlamentswahlen im Karibikstaat Jamaika ist es zu einem Machtwechsel gekommen. Teilergebnissen zufolge erhielt die Nationale Volkspartei (PNP) eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Die linksgerichtete Partei von Portia Simpson Miller, die Jamaika über einen Zeitraum von 17 Jahren regiert hatte, löst damit die vor vier Jahren an die Macht gelangte konservative Arbeiterpartei (JLP) ab.
Nach Auszählung der Hälfte der Stimmen hielt die PNP 42 der 63 Parlamentsmandate, die bisherige Regierungspartei JLP stürzte auf 21 Sitze ab. In der früheren britischen Kolonie waren 1,6 Millionen Bürger zur Wahl gerufen. Nach Angaben der Wahlkommission lag die Beteiligung bei 75 Prozent gegenüber 60 Prozent bei der letzten Parlamentswahl.
Die JPL zahlt mit ihrer Niederlage für ihren Umgang mit dem mutmaßlichen Drogenbaron Christopher "Dudus" Coke. Die Partei wird verdächtigt, Verbindungen zur Bande von "Dudus" gehabt und sich daher seiner Auslieferung an die USA widersetzt zu haben. Die Jagd nach "Dudus" führte im Mai 2010 in Kingston zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und den Sicherheitskräften, bei denen insgesamt 76 Menschen getötet wurden.
Die Regierung war gezwungen, den Ausnahmezustand auszurufen, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. "Dudus" wurde schließlich durch den damaligen Ministerpräsidenten Bruce Golding in die USA ausgeliefert. Als dieser im September zum Rücktritt von seinem Amt gezwungen war, wurden vorgezogenen Neuwahlen angesetzt. Eigentlich läuft die Legislaturperiode noch bis September 2012. Die Regierung wird derzeit von Andrew Holness geführt.












