Sechs Tote bei Selbstmordanschlag in Bagdad
Bei einem Selbstmordanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Montag mindestens sechs Menschen getötet worden. Der Attentäter sprengte sich nach Polizeiangaben vor dem Innenministerium in einem Auto in die Luft. Unter den Toten sind vier Polizisten. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.
Aus Sicherheitskreisen verlautete, der Attentäter habe das Innenministerium vermutlich deshalb angegriffen, weil er seine Wut über den jüngst erlassenen Haftbefehl gegen den sunnitischen Vize-Präsidenten Tarek al-Hashemi zum Ausdruck bringen wollte.
Nach dem Abzug der letzten US-Kampftruppen vor wenigen Tagen hat die Gewalt im Irak wieder deutlich zugenommen: Bei einer Anschlagsserie in Bagdad starben am vergangenen Donnerstag mindestens 72 Menschen. Zugleich tobt innerhalb der Regierung von Ministerpräsident Maliki ein Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten.
Hashemi wird vorgeworfen, mit Todesschwadronen zusammengearbeitet zu haben. Er soll sie für Tötungen und Anschläge bezahlt haben. Der Vizepräsident weist die Anschuldigungen zurück und hält sich in der halbautonomen Kurdenregion im Norden des Landes auf. Der Streit hat den Irak in eine schwere Krise gestürzt. Unter Führung der USA hatten sich die Religionsgruppen eigentlich auf eine Machtteilung geeinigt.
In einem Interview warnte Hashemi angesichts der Mordvorwürfe gegen ihn vor einem Bürgerkrieg. Die Anschuldigungen seien eine Verschwörung, um Gegner des schiitischen Ministerpräsidenten Maliki zu beseitigen, sagte der Sunnit. Die Spannungen zwischen den Religionsgruppen seien derzeit so groß wie zuletzt zwischen 2005 und 2007. Maliki strebe die Herrschaft einer Partei unter seiner Führung an.












