In Kairo fließt wieder Blut
Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kamen acht Menschen ums Leben, etwa 300 Personen wurden verletzt.

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In Kairo ist es am Samstag erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Soldaten mit Schlagstöcken stürmten den zentralen Tahrir-Platz in der ägyptischen Hauptstadt, schlugen auf die Menschen ein und setzten deren Zelte in Brand. Am Freitag waren bei Zusammenstößen nach Medienberichten acht Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden.
Bei den Zusammenstößen rund um den Tahrir-Platz in Kairo wurde auch ein islamischer Geistlicher getötet. Gegner der Militärherrschaft in Ägypten reagierten am Samstag mit Entsetzen auf den Tod von Scheich Emad Effat. Der Geistliche hatte für das Dar al-Ifta - eine Behörde, die autorisiert ist, religiöse Gutachten ("Fatwas") zu erteilen - gearbeitet und sich in den vergangenen Monaten mit den Protestierenden solidarisiert.
Ägyptische Aktivisten, darunter auch koptische Christen, riefen zur Teilnahme an der Beerdigung von Effat auf.
Am Samstag warfen Demonstranten bei den Protesten gegen die Militärregierung mit Steinen und legten sich mit den Sicherheitskräften an. In der Nähe des Platzes stand ein Gebäude in Flammen. Am Vorabend hatten Demonstranten Brandsätze und Steine geworfen, während die Soldaten Schlagstöcke und Elektroschocker einsetzten. Über dem Parlament und die Regierungsgebäude in der Innenstadt lagen dichte Rauchwolken.
Über den Auslöser der Gewalt gab es widersprüchliche Angaben. Der von der Armee eingesetzte Ministerpräsident Kamal al-Gansuri sprach von Angriffen der Demonstranten auf Gebäude des Parlaments und des Kabinetts, die abgewehrt werden mussten. In staatlichen Medien hieß es, ein junger Mann sei auf das Gelände des Parlaments gegangen, um einen Fußball zurückzuholen. Dort sei er von der Polizei und Wachleuten geschlagen worden. Anderen Darstellungen zufolge wollte der Mann dagegen sein Lager dort aufschlagen und löste dadurch Handgemenge mit den Sicherheitskräften aus.
In Ägypten finden derzeit die ersten freien Parlamentswahlen statt, die den Übergang zu einer Zivilregierung ebnen sollen. Die Abstimmung in mehreren Runden soll im Jänner abgeschlossen werden. Für Juni sind Präsidentschaftswahlen geplant. Seit dem Sturz Präsident Mubaraks herrscht ein Militärrat.












