Klimagipfel: Greenpeace und Global 2000 sind enttäuscht
Die Umweltschutzorganistionen kritisieren, dass bei der Konferenz in Durban "in letzter Minute ein Schlupfloch für die USA und fossile Industriekonzerne unter Mithilfe von Indien geschaffen" wurde.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist enttäuscht über das Ergebnis des Klimagipfels in Durban. "Der unter Druck von Indien und den USA abgeschwächte Kompromiss wird nicht zu einem international verbindlichen Klimaschutzvertrag führen, sondern zu einem nur lose bindenden Abkommen", meinte Klimaexperte Martin Kaiser von Greenpeace Deutschland am Sonntagmorgen in Durban. Die Konferenz habe mit ihrem Beschluss "in letzter Minute ein Schlupfloch für die USA und fossile Industriekonzerne unter Mithilfe von Indien geschaffen". Nun drohe erneut ein langwieriger Verhandlungsprozess.
"Der Beschluss einer zweiten Verpflichtungsrunde des Kyoto-Protokolls und das nun vorliegende Verhandlungsmandat für ein weiteres Abkommen bilden ein wichtiges Fundament für die künftige weltweite Klimaschutzarchitektur", betonte Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. Es gebe allerdings noch manche Unklarheiten, beispielsweise wann das künftige Abkommen in Kraft treten solle. "Aber machen wir uns nichts vor: wegen der schwachen Klimaschutzzusagen vor allem der Industrieländer bewegt sich die Welt weiter auf eine Erwärmung von 4 Grad oder mehr zu", sagte Kowalzig. Dabei könnten maximal 2 Grad Erwärmung als "gerade noch beherrschbar" gelten. In dieser Frage sei das Ergebnis von Durban "extrem enttäuschend", vor allem dank der Verweigerungshaltung der USA".
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 kritisierte in einer der APA übermittelten Stellungnahme mangelnde Ambitionen im Klimaschutz: "Wir wissen, dass wir dringend größere Anstrengungen der Staaten brauchen, aber das war in Durban nicht einmal Thema. Ein weiteres Jahr im Kampf gegen die Klimakrise wurde damit verschenkt," so Global-2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller. Gleichzeitig kritisiert Global 2000, dass sich vor allem Industrieländer "aus der Verantwortung stehlen": "Ursprünglich war vorgesehen, dass reiche Industrienationen als Erste vorangehen - jetzt stehlen sich vor allem die USA, Kanada, Japan und Russland für die nächsten Jahre erst einmal davon, das wird in den Entscheidungen von Durban einfach toleriert," so Wahlmüller. Erst vor kurzem habe eine Studie vom Stockholm Institut (SEI) festgestellt, dass Entwicklungsländer schon heute mehr zum Klimaschutz beitrügen als Industrieländer.













