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Zuletzt aktualisiert: 08.12.2011 um 21:13 UhrKommentare

Stresstest: Österreichische Großbanken brauchen 3,9 Milliarden Euro

Laut Berechnungen der EU-Bankenaufsicht EBA brauchen die drei österreichischen Großbanken RZB, Erste Group und ÖVAG insgesamt 3,9 Milliarden Euro. Den europäischen Großbanken fehlen insgesamt 114,7 Mrd. Euro. Der Euro-Gipfel in Brüssel hat begonnen. Das Tagesgeschehen live im Ticker.

Erste-Chef Andreas Treichl

Foto © APAErste-Chef Andreas Treichl

Nach dem aktualisierten Stresstest zum dritten Quartal beläuft sich die Kapitallücke der drei österreichischen Großbanken RZB, Erste Group und ÖVAG zusammen auf 3,9 Mrd. Euro, um im Juni 2012 bei 9 Prozent hartem Kernkapital zu landen. Das ist eine Milliarde mehr als zum Stand von Juni.

Demnach braucht die RZB-Gruppe bis zum Zieldatum Juni 2012 rund 2,127 Mrd. Euro. Bei der Erste Group sind es 742 Mio. Euro. Bei der ÖVAG wären 1,053 Mrd. Euro nötig. Die ÖVAG läuft aber "pro forma", weil sie nach Ende des drastischen Konzernumbaues bald zu klein sein dürfte für den Großbanken-Stresstest der europäischen Bankenaufseher. So hofft es jedenfalls auch die Bank selbst.

Die Bank Austria wird von der Aufsicht zwar getestet, ihr Ergebnis fließt aber in die italienische Muttergesellschaft UniCredit ein, die in Mailand ebenfalls eine milliardenschwere Kapitallücke zu füllen hat. Die Bank Austria in Wien selber betont, kein zusätzliches Kapital zu benötigen, weil sie beim harten Kernkapital nach EBA-Definition ohnedies schon über 9 Prozent liegt.

20:45 - Skandinavier sehen Priorität nicht bei Vertragsänderungen

Die skandinavischen EU-Regierungen sehen die von Deutschland und Frankreich geforderten Vertragsänderungen auf dem EU-Gipfel nicht als Priorität - einige würden sie aber offenbar mittragen. Das betonten sowohl die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt und ihr finnischer Kollege Juri Katainen. Sie könne sich eine Zustimmung zur Änderung der EU-Verträge als Teil einer Lösung der Schuldenkrise vorstellen, sagte Thorning-Schmidt im Reuters-Interview. Das Land gehört wie Schweden nicht der Euro-Zone an. Vertragsänderungen seien nicht die einzige Lösung, um striktere Haushaltsregeln mitzutragen, betonte ihr finnischer Kollege Katainen. Finnland würde sie aber mittragen, wenn nötig.

Der schwedische Regierungschef Frederik Reinfeldt sagte dagegen, es gebe keine Zustimmung für eine Vertragsänderung in Schweden. Sie stünden auch nicht im Zentrum dessen, was auf diesem Gipfel beschlossen werden müsse.

20:13 - Faymann für mehr EZB-Möglichkeiten

Bundeskanzler Werner Faymann (S) will mehr Möglichkeiten für die EZB, damit die Euro-Rettungsschirme "stark genug" seien und genug Geld zur Verfügung stehe. Die Finanzmärkte würden sich erst beeindrucken lassen, wenn die Kraft der Rettungsschirme stark genug sei, erklärte er am Donnerstag vor dem EU-Gipfel in Brüssel.

20:11 - DB will Kapitallücke bis Jahresende schließen

Die Deutsche Bank will die beim Stresstest festgestellte Kapitallücke schon bis Jahresende schließen. Das Institut habe während des vierten Quartals deutliche Fortschritte gemacht, hieß es in einer Mitteilung. Die europäischen Bankenaufsicht EBA errechnete beim deutschen Branchenprimus einen Kapitalbedarf von 3,2 Mrd. Euro. Zum Stopfen der Löcher haben die Institute bis Ende Juni 2012 Zeit. Die Deutsche Bank hatte bereits angekündigt, die Lücke weitgehend aus einbehaltenen Gewinnen schließen zu können. Das Geldhaus betonte, seine Kreditvergabe und Finanzierungsaktivitäten in Europa und global aufrechterhalten zu können.

20:08 - Negativer S&P-Rating-Ausblick für Asfinag und ÖBB

Der negative Ausblick der US-Ratingagentur S&P für Österreich wirkt sich auch negativ auf die Ratings der staatlichen Asfinag und ÖBB Infrastruktur AG aus. Die Top-Bewertungen der Staatsbahn und der Autobahnholding, die bisher ja vom Triple-A-Rating der Republik profitierten, wurden auf "CreditWatch negative" gestellt, teilte die Ratingagentur mit. Neben diesen heimischen staatlichen Infrastrukturbetrieben erwischte es solcherart unter anderem auch die Pariser Flughafengesellschaft, die Deutsche Bahn, Electricite de France, Endes, Eni und die Portugal Telecom. Standard & Poor's hat 15 Euro-Staaten eine Rückstufung angedroht, darunter den sechs Triple-A-Staaten - darunter Österreich. Die Asfinag verweist darauf, dass die nächste Emission erst im Oktober 2012 platziert wird.

19:56 - Der Euro-Gipfel in Brüssel hat begonnen

Belastet von der Eurokrise und anhaltender Zerstrittenheit haben die europäischen Staats- und Regierungschefs am Donnerstag ihr Gipfeltreffen begonnen. Auf der Tagesordnung steht die Rettung des Euro und dabei vor allem die Begrenzung der Staatsschulden der EU-Länder. Den Auftakt bildete ein gemeinsames Abendessen. Der Streit dreht sich um die nötigen Änderungen der EU-Verträge, mit denen die Länder zu mehr Haushaltsdisziplin gezwungen werden sollen. Darüber werden auch auf dem Gipfel harte Auseinandersetzungen erwartet. Am Freitag soll zudem der Vertrag für den EU-Beitritt Kroatiens unterzeichnet werden.

19:21 - Erste-Spitze lüftet am Freitag Kapitalplan

An ihrem Kapitalmarkttag vor internationalen Analysten in Wien wird die Spitze der börsenotierten Erste Group morgen Freitag erste Details nennen, wie sie bis Juni 2012 genug Kapital haben will, um auf die neue strenge europäische Aufsichts-Kapitalquote für Großbanken von 9 Prozent kommen will. Eine Emission junger Aktien für diesen Zweck hat Erste-Chef Andreas Treichl bisher ausgeschlossen.

18:37 - Obama fordert "politischen Willen"

Mit Blick auf den EU-Gipfel in Brüssel hat US-Präsident Barack Obama von der Europäischen Union erneut ein entschlossenes Handeln in der Euro-Schuldenkrise verlangt. Die Europäer müssten ihren "politischen Willen" mobilisieren und endlich eine Lösung für die Krise finden, sagte Obama am Donnerstag in Washington. "Ich bin natürlich sehr beunruhigt über das, was in Europa passiert." Die Verantwortlichen in der EU hätten mittlerweile aber erkannt, dass sie dringend etwas "Bedeutendes und Wagemutiges" auf den Weg bringen müssten.

18:34 - Merkel beharrt auf Vertragsänderung

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel beharrt vor Beginn des EU-Gipfels auf Vertragsänderungen, um dem Euro die verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückzugeben. Diese Vertragsänderung müsste zumindest von den 17 Euro-Ländern gemacht werden, "die 17 müssen das tun, um ganz Europa einen Gefallen zu tun. Ob das gelingt, die 17 plus x oder alle 27 gemeinsam, wird sich in den Beratungen zeigen", so Merkel am Donnerstagabend in Brüssel.

18:32 - Warschauer Börse schließt klar im Minus

Der polnische Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag schwächer beendet. Der Leitindex WIG-20 schloss um 1,85 Prozent tiefer bei 2.211,83 Einheiten. Der breiter gefasste WIG-Index kam um 1,48 Prozent auf 38.474,28 Punkte zurück. Ein schwaches internationales Börsenumfeld im Vorfeld des EU-Gipfels drückte auch in Warschau auf die Aktienkurse.

18:15 - Renditen italienischer/spanischer Anleihen steigen stark

In Italien und Spanien sind die Renditen für Staatsanleihen am Donnerstag kräftig gestiegen. Nachdem sich die Lage seit Wochenbeginn zunächst deutlich entspannt hatte, sorgten Äußerung von EZB-Chef Mario Draghi für starke Belastung, wie Händler berichteten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte einer Ausweitung der Anleihekäufe der Notenbank eine klare Absage erteilt.

In den Euro-Schwergewichten Italien und Spanien gerieten die Staatsanleihen nach den Aussagen massiv unter Druck. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihe stieg bis zum Abend um rund 0,5 Punkte auf 6,4 Prozent. Im Wochentief war sie zeitweise auf unter 5,8 Prozent gesunken. In Spanien sprang die Rendite für Anleihen gleicher Laufzeit um rund 0,4 Punkte auf fast 5,8 Prozent. In den kürzeren Laufzeiten von zwei und fünf Jahren waren die Renditeanstiege noch kräftiger.

18:11 - Züricher Börse schließt schwächer

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag über Tagestief schwächer geschlossen. Der Leitindex SMI schloss 0,49 Prozent tiefer bei 5.737,82 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 1,20 Prozent auf 861,25 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,65 Prozent auf 5.193,39 Punkten.

18:09 - Griechenland verlängert Leerverkaufsverbot bis Ende Jänner

In Griechenland bleiben Leerverkäufe von Aktien verboten. Die entsprechende Regelung sei bis zum 27. Jänner verlängert worden, teilte die zuständige Behörde am Donnerstag mit. Bei Leerverkäufen ("short-selling") setzen Spekulanten auf schwächelnde Kurse einer Aktie, die sie gegen eine Gebühr lediglich leihen und dann weiterverkaufen. Geht ihre Wette auf, können sie später die Papiere günstiger erwerben und dem Verleiher zurückgeben. Ihr Gewinn ist die Differenz zwischen Verkaufspreis und Rückkaufpreis. Unterschieden werden "gedeckte Leerverkäufe" - dabei leihen sich Investoren die zu verkaufenden Aktien. Bei "ungedeckten Leerverkäufen" besitzen sie diese gar nicht, sondern verkaufen Aktien, ohne sie ausgeliehen zu haben.

18:07 - Lagarde zur IWF-Teilnahme an Rettungsanstrengungen bereit

IWF-Chefin Christine Lagarde hat vor Beginn des EU-Gipfels die Bereitschaft des Internationalen Währungsfonds zur "Teilnahme an den Anstrengungen" zur Rettung der Euro-Schuldenkrise betont. Es gebe genug an Arbeit, an Koordination, und es sollte entscheidende Schritte geben, erklärte Lagarde am Donnerstag vor Beginn des Gipfels in Brüssel.

17:37 - Deutsche Banken benötigen 13,1 Mrd. Euro

Den europäischen Banken fehlen angesichts der Schuldenkrise in der Eurozone nach Berechnungen der Aufsichtsbehörde EBA Kreisen zufolge 114,7 Mrd. Euro. Davon entfallen 13,1 Mrd. auf die deutschen Institute, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf ihr vorliegende EBA-Dokumente berichtete.

17:26 - Juncker kann sich Banklizenz für ESM vorstellen

Der Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hat sich offen gezeigt, den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM mit einer Banklizenz auszustatten. "Wir werden diese Frage mit ruhigem Gemüt heute Abend unter die Lupe nehmen müssen. Mich würde das nicht stören", sagte Juncker zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel.

17:24 - Cameron will "Besten Deal für Großbritannien"

Der britische Premierminister David Cameron will beim EU-Gipfel zur Zukunft des Euro "ohne Zögern" die Interessen seines Landes durchsetzen. Notfalls werde er vom Veto-Recht Gebrauch machen, sagte Cameron am Donnerstag vor Beginn des Treffens am Abend in Brüssel. "Jedes der 27 Länder kämpft für seine eigenen Interessen, und ich werde dabei keine Ausnahme sein." Bei einem Gipfel sei es manchmal wie beim Schachspielen - statt einem aber habe man 26 Gegner, sagte Cameron.

17:17 - Niederlande für automatische Sanktionen

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat sich vor dem EU-Gipfel zur Euro-Schuldenkrise für automatische Sanktionen im Defizitverfahren gegen EU-Staaten ausgesprochen. Rutte sagte am Donnerstag beim Eintreffen in das Brüsseler Ratsgebäude, es müsse dafür gesorgt werden, dass sich die Schuldenkrise in Zukunft nicht wiederhole. EU-Staaten mit Problemen müssten diese auch anpacken. Zugleich sagte Rutte, die EU müsse dafür sorgen, dass sie als Union von 27 Staaten zusammenbleibe, und Nicht-Euro-Länder wie Großbritannien weiter an Bord bleiben. "Das ist nicht eine Union von 17 Ländern", warnte Rutte vor einer Abspaltung der Euro-Staaten.

16:45 - Griechenlands Banken-Einlagen auf Tiefstand

Aus Angst vor einer Rückkehr zur Drachme werden in Griechenland Riesensummen von heimischen Konten abgezogen: Nach Zentralbank-Statistiken waren es in den vergangenen zwei Jahren knapp 62 Mrd. Euro. Allein im September und Oktober dieses Jahres flossen etwa 14 Mrd. Euro der Geldeinlagen von Privatkunden und Unternehmen von den heimischen Finanzinstituten ab. Dies habe sich auch im November in starkem Maße fortgesetzt, teilte die griechische Notenbank (Bank of Greece) am Donnerstag mit. Auch hohe Zinsen der griechischen Banken - im Schnitt 4,5 Prozent Zinsen für einjährige Geldanlagen über 5000 Euro - können die Kunden nicht mehr locken.

16:43 - Europas Banken brauchen 115 Mrd. Euro Kapital

Den europäischen Großbanken fehlen nach Berechnungen der EU-Bankenaufsicht EBA insgesamt 114,7 Mrd. Euro. Das wurde am Donnerstag aus Finanzkreisen bekannt. Auf die deutschen Institute entfallen davon 13,1 Mrd. Euro.


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