Ägyptens Muslimbrüder in Stichwahl erfolgreich

Foto © APA
In Ägypten hat die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit der islamistischen Muslimbruderschaft bei der jüngsten Abstimmungsrunde der Parlamentswahl 34 der von ihr angestrebten 45 Sitze errungen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Kreisen der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei.
Die Muslimbrüder hatten bereits zu Beginn der Wahl vergangene Woche klare Siege für ihre Einzelkandidaten einfahren können. Nun sicherten sie sich den Informationen zufolge auch in der Stichwahl mehrheitlich die Sitze, die sie anstrebten. Die Wahlrunde fand Montag und Dienstag statt.
Insgesamt standen 56 Sitze für Einzelkandidaten aus allen Parteien zur Verfügung. Die restlichen Mandate sollen über Listen vergeben werden. Die Wahl findet in drei Phasen statt, die sich über sechs Wochen erstrecken. Die letzte Phase findet im März statt. Nach dem Sturz von Präsident Mubarak im Februar ist das Votum die erste freie Parlamentswahl in Ägypten seit 1953. 50 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die beiden Kammern des Parlaments zu bestimmen.
Unterdessen wurde am Mittwoch eine neue Übergangsregierung vereidigt. Die Minister sind zum Teil Funktionäre aus der Ära des im Februar entmachteten Präsidenten Mubarak. Deshalb werden sie von vielen Ägyptern, die sich einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit wünschen, nicht akzeptiert.
Ministerpräsident Kamal al-Gansuri (78), der von 1996 bis 1999 unter Mubarak schon einmal Regierungschef war, wählte nach Berichten der staatlichen Medien 18 neue Minister aus sowie zwölf Mitglieder des letzten Kabinetts, das nach Massenprotesten im November geschlossen zurückgetreten war. Sie wurden vom Vorsitzenden des Militärrates, Feldmarschall Hussein Tantawi, vereidigt.













