Höhere Beteiligung als bei Wahlgang 2008
Nach dem Sturz der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Borut Pahor, die an ihrer Reformpolitik gescheitert war, erwartet man nun einen Machtwechsel. Slowenien wäre schon das sechste Euro-Land, in dem heuer wegen der Schuldenkrise die Regierung wechselt.

Foto © APFavorit: Ex-Premier Janez Jansa
Bei der vorgezogenen slowenischen Parlamentswahl hat sich am Sonntag eine höhere Beteiligung als beim Urnengang vor drei Jahren abgezeichnet. Bis 16.00 Uhr gaben 48,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, teilte die staatliche Wahlkommission in Ljubljana (Laibach) mit. Das sind um zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr 2008, damals wurde drei Stunden vor Wahlschluss eine Wahlbeteiligung von 46,4 Prozent der Wahlberechtigten registriert.
Die Wahllokale sollten landesweit um 19.00 Uhr schließen. Wegen eines Zwischenfalls in der Oberkrainer Stadt Trzic, wo über das Wochenende rund 100 Wahlzettel abhandenkamen, wird sich der Wahlschluss in diesem Wahlbezirk jedoch um eine Stunde verzögern. Dadurch wird auch die landesweite Wahlruhe bis 20.00 Uhr verlängert, teilte die Wahlkommission mit. Mit der Veröffentlichung erster Exit-Polls ist daher ebenfalls erst kurz nach 20.00 Uhr zu rechnen.
Im Wahlbezirk Trzic, wo rund 100.000 Personen wahlberechtigt sind, wurden alle Wahllokale am Vormittag vorübergehend zur Überprüfung geschlossen. Die Wahlkommission ordnete an, dass alle noch nicht abgegebenen Wahlzettel gekennzeichnet werden, ehe der Urnengang fortsetzt werde.
Nach dem Sturz der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Borut Pahor, die an ihrer Reformpolitik gescheitert war, erwarteten Meinungsforscher einen Machtwechsel. Slowenien wäre schon das sechste Euro-Land, in dem heuer wegen der Schuldenkrise die Regierung wechselt. Die Umfragen deuteten auf einen Sieg der konservativen Opposition von Ex-Premier Janez Jansa (2004-2008) hin. Zweiter würde der linksgerichtete Laibacher Bürgermeister Zoran Jankovic mit seiner Partei "Positives Slowenien" (20 bis 23 Prozent), der erst vor zwei Monaten in die Landespolitik eingestiegen war.
Letzten Trends zufolge hat sich der Abstand zwischen Jansa und Jankovic jedoch auf weniger als vier Prozentpunkte verringert.












