Banken-Krise: Lettland verärgert über Litauen
Der Zusammenbruch der litauischen Bank Snoras und ihrem lettischen Tochterinstitut Krajbanka hat laut Medienberichten zu einer veritablen Krise zwischen den Regierungen der beiden Staaten geführt. Das Nachrichtenportal Baltic News Network (BNN) berichtet, dass der jüngst abgesagte Besuch des lettischen Ministerpräsidenten Dombrovskis mit der bankrotten Bank zusammenhängt.
Die litauische Regierung in Vilnius weigert sich, die mit einem geschätzten Schuldenvolumen von einer Milliarde Euro insolvente Bankas Snoras mit staatlichen Mitteln zu retten. Die lettische Regierung ist durch die Pleite der Krajbanka in finanzielle Bedrängnis geraten; unter anderem deswegen, weil dadurch die Rettung der finanziell ins Trudeln geratenen, und ebenfalls im Dunstkreis der bisherigen Snoras- und Krajbanka-Eigentümer stehende Fluglinie airBaltic zu retten, aufs Spiel gesetzt wurde. Derzeit ist unklar, wie es um die Eigentumsverhältnisse der airBaltic bestellt ist. Bisher gehörten rund 47 Prozent der Fluglinie der Finanzholding des ehemaligen airBaltic-Geschäftsführers Bertolt Flick (BAS).
Die Finanzmarktkommission in Lettland hat am Donnerstag einen Konkursantrag gegen die Krajbanka eingebracht. Dieser wurde jedoch laut der lettischen Nachrichtenagentur LETA vom zuständigen Gericht bis 27. Dezember mit der Begründung zurückgestellt, der Antrag sei nicht korrekt dokumentiert. Bis gestern, Freitag hoben Kunden der Krajbanka insgesamt 121,4 Mio.(174 Mio. Euro) Lats via Garantiefonds von ihren Krajbanka-Konten ab.
Nachbarland Litauen hat bisher vergeblich versucht, die beiden für die Snoras-Pleite als verantwortlich vermuteten Geschäftsleute Vladimir Antonow (Antonov) und Antanas Baranauskas aus Großbritannien ausgeliefert zu bekommen. BNN berichtete unter Berufung auf regierungsnahe Quellen in Riga, die britischen Behörden nähmen Litauen nicht für voll.













