Einhaltung von Landminen-Abkommen wird geprüft

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Über die Vernichtung von Landminen diskutieren ab Montag in Kambodscha mehr als 1.000 Diplomaten, Aktivisten und Hilfsorganisationen. In der Hauptstadt Phnom Penh beginnt die Konferenz der Vertragsstaaten des Ottawa-Abkommens. Es ist seit 1999 in Kraft und verbietet Einsatz, Produktion und Handel mit Anti-Personen-Minen. Unterzeichner müssen ihre Bestände vernichten.
Bei der Konferenz werden Fortschritte und Probleme bei der Umsetzung des Abkommens durch die 158 Mitglieder überprüft. Unter anderem wollen Algerien, Chile, die Demokratische Republik Kongo und Eritrea mehr Zeit als vorgesehen bekommen, um Minen zu beseitigen. Weißrussland, Griechenland, die Türkei und Ukraine wollen über den Fortschritt bei der Vernichtung ihrer Bestände berichten.
Einer der prominentesten Aktivisten ist der Kambodschaner Tun Channareth. Er verlor 1982 seine Beine durch eine Landmine. 1997 nahm er für die Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) den Friedensnobelpreis entgegen.
Mehr als 40 Millionen Anti-Personen-Minen sind seit Inkrafttreten des Abkommens vernichtet worden. Die oft nur Handteller großen Minen werden vergraben. Sie explodieren, wenn jemand darauf tritt oder sie mit einem Stolperdraht zündet. Die einst verminten Feindeslinien gehen durch Felder und Dörfer. Deshalb werden oft neugierige Kinder und Bauern Opfer.
Kambodscha gehört zu dem weltweit am schlimmsten betroffenen Ländern. Dort wurden nach Angaben von Handicap International, einem ICBL-Gründungsmitglied, seit den 70er Jahren vier bis sechs Millionen Minen ausgelegt. 2010 wurden mindestens 286 Menschen bei Explosionen verletzt oder getötet. Andere Länder mit vielen Opfern sind Afghanistan, Kolumbien, Pakistan und Burma. Polen ist das einzige EU-Land, das den Vertrag noch nicht ratifiziert hat.












