Kolumbiens Regierung zieht Bildungsreform zurück

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Der kolumbianische Präsident Santos hat am Freitag die sofortige Rücknahme einer geplanten Hochschulreform angeordnet. Zehntausende Studenten hatten am Vortag erneut in mehreren Städten gegen das Projekt demonstriert. "Wir laden die Studenten ein, sich ab nächster Woche mit uns zusammenzusetzen, um eine Hochschulreform auszuarbeiten, die alle zufriedenstellt", erklärte Santos.
Der Präsident hatte noch am Mittwoch als Voraussetzung für den Dialog das Ende des Streiks verlangt. Die Studentenführer reagierten positiv auf das Angebot, erklärten aber, das Streikende könne aber nur vom landesweiten Streikausschuss beschlossen werden, der erst am Samstag zusammenkomme. Daraufhin beschloss Santos, dem Beschluss zuvorzukommen, indem er am Freitag die Gesetzesvorlage der Hochschulreform zurückzog.
Die größte Kundgebung fand in der Hauptstadt Bogota statt, wo rund 30.000 Demonstranten trotz strömenden Regens vor dem Parlament auf dem Bolivar-Platz zusammenkamen. Die Proteste seien weitgehend friedlich verlaufen, sagte Bogotas Bürgermeisterin Lopez. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es in den Städten Medellin und Popayan.
"Dieser Wandel im Verhältnis zu den Studenten ist zu begrüßen. Selten hat man erlebt, dass eine Regierung die Courage hat, eine Reform zurückzunehmen", begrüßte der Präsident des Hochschulverbands, Jose Fernando Isaza, die neue Haltung der kolumbianischen Regierung.
Rund 550.000 Studenten der etwa 30 staatlichen Universitäten Kolumbiens boykottieren seit einem Monat den Unterricht, um gegen Pläne der Regierung zu protestieren, verstärkt private Geldgeber an der Finanzierung der Hochschulen zu beteiligen. Die Studenten sehen die Autonomie der Universitäten in Gefahr und sprechen von einer schleichenden Privatisierung.












