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Zuletzt aktualisiert: 11.11.2011 um 20:46 UhrKommentare

Zusammenstöße in Warschau am Unabhängigkeitstag

Foto © APA

Bei den Feiern zum polnischen Unabhängigkeitstag ist es am Freitag zu Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Demonstranten und der Polizei gekommen. 150 Demonstranten wurden festgenommen, mindestens 21 Verletzte mussten in Spitäler gebracht werden, darunter drei Polizisten. Ministerpräsident Tusk forderte nach Angaben seines Sprechers die "rücksichtslose Bestrafung" der Gewalttäter.

Die Gewalt brach am Verfassungsplatz aus, wo um 15 Uhr ein Marsch von Nationalisten und Rechtsradikalen beginnen sollte. Rund 10.000 Menschen hatten sich dort versammelt. Einige von ihnen versuchten, zu einer Gegendemonstration linker Gruppierungen und von Nichtregierungsorganisationen mit etwa 1.500 Teilnehmern durchzudringen, an der nach Angaben des Fernsehsenders TVN24 auch Mitglieder der sogenannten "Antifa"-Bewegung aus Deutschland teilnahmen.

Als die Polizei die teilweise vermummten Teilnehmer des Marsches zurückdrängte, kam es zu einer regelrechten Straßenschlacht. Die Demonstranten warfen mit Steinen und Flaschen auf die Uniformierten und schossen Feuerwerkskörper ab. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Schon zuvor hatte es an einer anderen Stelle in der Warschauer Innenstadt eine Auseinandersetzung zwischen Polizei und etwa 100 gewalttätigen Linksradikalen gegeben.

Einige Teilnehmer des Marsches, an dem sich auch Abgeordnete der rechtskonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) und Kriegsveteranen beteiligten, skandierten rassistische Parolen wie "Ganz Polen bleibt weiß". Zu hören waren auch Schmährufe gegen Homosexuelle. Ein Teil der Organisatoren, darunter die Vereinigungen "Allpolnische Jugend" und "Nationalradikales Lager", grenzte sich von den Gewalttätern ab.

Auf dem Verfassungsplatz, wo der Marsch mit Verspätung startete, hinterließen die Demonstranten ein Bild der Verwüstung. Schaufensterscheiben wurden eingeschlagen, Pflastersteine herausgerissen. Mehrere Fahrzeuge von Fernsehstationen wurden beschädigt. Ein Wagen des Senders TVN wurde angezündet.

Der polnische Nationalfeiertag am 11. November erinnert an die Ausrufung der polnischen Unabhängigkeit im Jahr 1918. 123 Jahre zuvor hatten Österreich, Preußen und Russland mit der sogenannten dritten polnischen Teilung die Zerschlagung des Staates und die Aufteilung seines Gebietes abgeschlossen.

Quelle: APA

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