Israel müsste Iran "Wind aus den Segeln nehmen"
Israel müsse einen glaubwürdigen Friedensprozess ins Leben rufen, fordert der ehemaligen israelischen Botschafters in Deutschland, Avi Primor. Dem Iran gehe es vor allem darum, den Machtkampf in der islamischen Welt für sich zu entscheiden.
Der Iran will nach Überzeugung des ehemaligen israelischen Botschafters in Deutschland, Avi Primor, in Wirklichkeit nicht gegen Israel, sondern gegen seine erdölproduzierenden arabischen Nachbarn vorgehen und setzt die antiisraelische Hasspropaganda als Mittel im Machtkampf innerhalb der islamischen Welt ein. Dagegen könnte Israel einen "glaubwürdigen Friedensprozess" ins Leben rufen, der dem Iran "den Wind aus den Segeln nimmt", rät der Publizist und frühere Spitzendiplomat in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch).
"Viele meinen, dass ein Präventivschlag (gegen den Iran) unumgänglich geworden ist, weil die Welt Israel nicht helfen wird", schreibt Primor. Fraglich sei, ob selbst ein erfolgreicher israelischer Angriff das iranische Vorhaben endgültig zunichtemachen könne. "In Israel behauptet die Opposition, dass die Regierung mit dem Säbel rasselt, um die gravierenden Probleme im Land zu überspielen. Die wochenlangen Demonstrationen des Sommers sind vorbei, die Unzufriedenheit aber ist geblieben. Findet die Regierung keine dauerhafte Lösung für die sozialen Probleme, wird die Wut der Bevölkerung wieder ausbrechen. Auch die versteinerte politische Situation, ohne einen Friedensprozess am Horizont, scheint zunehmend unhaltbar. Hinzu kommt, dass die Weltwirtschaftskrise allmählich doch in Israel ankommt, was den Unmut der Bevölkerung nur stärken wird. Aber um nichts sorgt sich die israelische Bevölkerung mehr als um die Sicherheit - und nichts hält sie stärker zusammen als die Kriegsgefahr."
Die Führung in Teheran wisse, dass die USA "kein neues, gefährliches Abenteuer wagen werden - Amerika ist getroffen von der Wirtschaftskrise, hat in Irak und Afghanistan genug Probleme, und auch die Wahlen stehen an. Was also ist der Sinn des Tumults?", fragt sich Primor.













