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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2011 um 15:29 UhrKommentare

Stichwahl um Präsidentenamt in Guatemala

Foto © APA

In Guatemala wird am Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Mehr als 7,3 Millionen Bürger des zentralamerikanischen Landes waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Stichwahl treten der rechtsgerichtete Ex-General Otto Pérez Molina und der ebenfalls inzwischen zur politischen Rechten zählende Unternehmer Manuel Baldizón gegeneinander an.

Jüngsten Umfragen zufolge lag Pérez Molina rund zehn Prozentpunkte vor seinem Rivalen. Präsident Alvaro Colom durfte nach einer Amtszeit nicht erneut antreten. Die Wahl wurde von Beobachtern der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) überwacht. Die Wahllokale sollten um 01.00 Uhr MEZ schließen.

Vor Beginn der Wahl hatte Pérez Molina der Regierung vorgeworfen, Gutscheine für Essensrationen und Utensilien zum Abdecken von Dächern an die Wähler auszuhändigen, um im Gegenzug deren Stimmen für Baldizón zu erhalten. "Ich fordere den Präsidenten auf, seine Finger von der Wahl zu lassen", sagte der 61-jährige Ex-General, der den ersten Wahlgang am 11. September für sich entschieden hatte. In dem erbittert geführten Wahlkampf waren bei gewaltsamen Zusammenstößen 43 Menschen getötet worden.

Pérez Molina von der Partido Patriota (PP), der zum Ende des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs im Jahr 1996 Armeekommandant war, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, unter seiner Führung seien Gesetze verletzt worden. UNO-Schätzungen zufolge kamen in dem Bürgerkrieg 200.000 Menschen ums Leben oder verschwanden. Im Wahlkampf versprach er, mit "harter Hand" gegen die Drogenkriminalität in dem 14-Millionen-Einwohner-Land vorgehen zu wollen, das eine Mordrate von etwa 18 Toten täglich aufweist.

Sein 41-jähriger Rivale Baldizón von der Partei Libertad Democrática Renovada (LIDER) wurde dafür kritisiert, vom linken ins rechte politische Lager gewechselt zu sein. Zugleich setzte er sich gegen Gerüchte zur Wehr, seine Partei habe Gelder von Drogenbanden erhalten. Im Wahlkampf setzte der Unternehmer verstärkt auf populistische Themen: Unter anderem kündigte er die häufigere Verhängung der Todesstrafe an und versprach der Fußball-Nationalmannschaft Hilfe bei der Qualifikationsrunde für die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

Quelle: APA

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