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Zuletzt aktualisiert: 28.10.2011 um 21:42 UhrKommentare

"Kärnten muss die zentralen Orte sichern"

Besorgniserregende Abwanderung und Bevölkerungsrückgang haben den Gemeindebund alarmiert. Die Landesspitze, mit einer Ausnahme, will von "Dramatik" nichts wissen.

Heute auf die Entwicklung von morgen reagieren, empfiehlt Peter Fercher den politisch Verantwortlichen

Foto © EggenbergerHeute auf die Entwicklung von morgen reagieren, empfiehlt Peter Fercher den politisch Verantwortlichen

Kärnten wird älter, Kärnten wird weniger, Kärnten wird bunter, Kärnten wird städtischer." Auf diesen Nenner bringt Peter Fercher, der Chef der Landesplanung, den demografischen Wandel in unserem Land. Bei der Vollversammlung des Kärntner Gemeindebundes am Freitag in Velden erläuterte Fercher, was hinter diesen Schlagworten steht. So wird Kärnten bis 2030 einen "auffallend hohen Anteil" an alten Menschen haben. Die Bevölkerung wird stagnieren bis schrumpfen, die Zahl der Erwerbstätigen sinken und der Zuzug aus dem ländlichen Bereich in die Städte zunehmen. "Hauptbetroffene werden die kleinsten und die periphersten Gemeinden sein", weiß der Landesplaner um ein Szenario mit einer Abwanderungsrate bis über 20 Prozent.

Regionalpolitik gefordert

Es gelte, diesen Wandel ernst zu nehmen und schon heute darauf zu reagieren. So brauche Kärnten "qualifizierte Zuwanderung". Es müsse geschaut werden, "dass in zumutbarer Erreichbarkeit die wichtigsten Versorgungseinheiten gegeben sind". Die zentralen Orte in Talschaften müssten gesichert und gestärkt werden. Das erfordert eine "differenzierte Regionalpolitik, nicht Gießkanne, sondern gezielte Unterstützung", sagt Fercher. Flexible Modelle der Altersversorgung werden notwendig. Durch die Änderung der Familienstrukturen - mehr alleinerziehende Eltern - werde der Anspruch auf Kinderbetreuungseinrichtungen größer. Es bedürfe verstärkter Kooperationen der Gemeinden. Zur Aufrechterhaltung des sozialen Lebens müsse man zunehmend auf ehrenamtliches Engagement setzen. Die Initiativen müssten aus den Regionen kommen. Steuerungsinstrument könnten die Regionalverbände sein, dies würde noch zu wenig genutzt.

Gemeindebundpräsident Ferdinand Vouk (SPÖ) bot angesichts dieses Szenarios einen "überparteilichen Schulterschluss" zur Problemlösung an. Da fand er nur in SPÖ-Chef Peter Kaiser Unterstützung.

Landespolitik abweisend

Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) sah keine "Dramatik": Es habe in der Demografie immer Wellen gegeben. "Von Analysen habe ich genug", ließ Gemeindereferent Josef Martinz (ÖVP) wissen. FPK-Chef Uwe Scheuch erklärte sich "müde, die Diskussion zu führen".


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