Vatikan fordert weltweite Finanz-Aufsichtsbehörde
Der Vatikan fordert angesichts der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine Reform der Finanzmärkte. Vor dem G-20-Gipfel veröffentlichte der päpstliche Friedensrat am Montag ein 17-seitiges Dokument mit Vorschlägen zur Reform der Finanzmärkte. Darin wird die Gründung einer internationalen Behörde vorgeschlagen, um die Finanzmärkte zu kontrollieren.
Auf dem Spiel sei das Gemeinwohl der Menschheit und ihre Zukunft, hieß es im Dokument. "Egoismus und kollektive Gier" sowie ein "Wirtschaftsliberalismus ohne Regeln und ohne Kontrolle" hätten zur derzeitigen Krise geführt. Das sei nicht mehr zumutbar, der Mensch dürfe "nicht des Menschen Wolf sein", Länder dürften "nicht auf Kosten anderer wachsen". Der Vatikan bezeichnete "Geld- und Finanzgeschäfte, die vor allem auf Spekulation gründen, als Schaden für die Realwirtschaft vor allem der schwächeren Länder". Ein radikales Umdenken sei dringend notwendig.
Der Vatikan sprach sich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer aus, deren Einnahmen den von der Krise betroffenen Staaten zugutekommen sollen. Wichtig sei eine Rekapitalisierung der Banken auch mit öffentlichen Geldern, die für ein Wachstum der Realwirtschaft sorge. Der Finanzmarkt dürfe nicht mehr wie bisher "sehr viel schneller wachsen als die Realwirtschaft".
Wichtigste Forderung des Päpstlichen Friedensrates ist eine Behörde, um eine Art globaler monetärer Kontrolle zu schaffen. Als Beispiel sollen die Bretton-Woods-Vereinbarungen von 1944 dienen, aus denen einst der Weltwährungsfonds hervorging. Das Ziel sei eine Art "Weltzentralbank" einzurichten, am Besten unter dem Dach der UNO. Auch Schwellen- und Entwicklungsländer sollten beteiligt sein. Erster Schritt dazu wäre nach Vatikanmeinung "ein gemeinsamer Kodex von Grundregeln".












