Opposition in Liberia mit Wahlfälschungs-Vorwurf

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Die Opposition in Liberia hat der Regierung von Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf "massive Wahlfälschungen" vorgeworfen, einen Aufruf zum Wahlboykott aber nach kurzer Zeit wieder zurückgenommen. Sirleafs Kontrahenten Winston Tubman und Prince Johnson kündigten an, sich an einer möglichen Stichwahl beteiligen zu wollen.
Die Präsidentschaftswahl in Liberia zieht erhöhte internationale Aufmerksamkeit auf sich, weil die 72-jährige Präsidentin Sirleaf in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhalten soll. Die Amtsinhaberin muss sich auf eine Stichwahl einstellen. Bei Auszählung von 96 Prozent der Stimmen der Präsidentenwahl lag Sirleaf weiter relativ deutlich unter der absoluten Mehrheit von 50 Prozent. Sie lag demnach bei 44, 5 Prozent. Bliebe es dabei, kommt es am 8. November zur Stichwahl zwischen ihr und Herausforderer Tubman vom Kongress für Demokratischen Wandel (CDC).
Der CDC und Johnsons Nationale Union für den Demokratischen Fortschritt (NUDP) veröffentlichten am Samstag gemeinsam mit sieben weiteren Parteien aber eine Erklärung, in der sie die von der Wahlkommission bekanntgegebenen Teilergebnisse für "nichtig" erklärten. Außerdem kündigten sie an, sich aus dem Wahlverfahren zurückzuziehen. Am Sonntag nahmen sie den Boykottaufruf dann wieder zurück.
Angesichts der politischen Spannungen verstärkte die UNO-Mission (UNMIL) spürbar ihre Patrouillen. In Monrovia tätigten zahlreiche Bewohner offenbar aus Furcht vor neuer Gewalt Hamsterkäufe, Besucher von außerhalb verließen die Hauptstadt. Die Grenzübergänge zu den drei Nachbarstaaten Elfenbeinküste, Guinea und Sierra Leone wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen bis auf weiteres geschlossen.












