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Zuletzt aktualisiert: 09.10.2011 um 08:01 UhrKommentare

Parlamentswahlen in Polen in Zahlen

Bei der Parlamentswahl am Sonntag können etwa 30 Millionen wahlberechtigte Polen unter 7.035 Kandidaten zum politisch bedeutenderen Unterhaus (Sejm) und 502 Kandidaten zum Oberhaus (Senat) wählen. Auf die Wähler warten 25.993 Wahllokale, darunter 268 im Ausland - zwei auch in Österreich - die um 21.00 Uhr schließen.

460 Abgeordnete des neuen Sejm werden in 41 Wahlbezirken nach Verhältniswahlrecht mit Fünf-Prozent-Sperrklausel gewählt. Das bedeutet, dass eine Partei in ganz Polen mindestens fünf Prozent der Stimmen erhalten muss, um überhaupt bei der Mandatsverteilung berücksichtigt zu werden. Die Klausel betrifft nur Kandidaten der nationalen Minderheiten nicht. Die Mandatsverteilung erfolgt nach der d'Hondtschen Berechnung, die die größeren Parteien begünstigt und dadurch die Bildung einer stabilen Regierungsmehrheit ermöglichen soll.

Sejm-Kandidaten wurden von 11 Wahlkomitees angemeldet. Mit 917 stellt die Bauernpartei PSL die meisten Kandidaten, gefolgt von der rechtskonservativen PiS (Recht und Gerechtigkeit) mit 916 und der liberalkonservativen PO (Bürgerplattform) mit 915. Die wenigsten Wahlwerber kommen von der deutschen Minderheit mit nur 24. Das Durchschnittsalter der Sejm-Kandidaten beträgt 44 Jahre. Der älteste Kandidat ist 83 Jahre alt, der jüngste 21.

Laut dem neuen, Anfang Februar verabschiedeten Wahlgesetz werden zum Senat in 100 Einer-Wahlkreisen in einer Mehrheitswahl 100 Senatoren bestimmt. In jedem Wahlkreis wird nur ein Senatorensitz an den Kandidaten mit der größten Stimmenanzahl vergeben. Senats-Kandidaten haben 88 Wahlkomitees angemeldet, von denen nur 18 mit politischen Parteien verbunden sind. Die meisten Kandidaten meldeten die Wahlkomitees der PO und der PiS (je 93) und der PSL und des Bündnisses der demokratischen Linken SLD (je 68). Senats-Kandidaten sind durchschnittlich 50 Jahre alt, wobei der älteste 82 Jahre alt ist, und der jüngste 30.

Statistiken der Staatlichen Wahlkommission zufolge sind unter den Sejm-Kandidaten diesmal 43,5 Prozent Frauen, um 20 Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Dies ist ein Resultat des neuen Wahlgesetzes, wonach 35 Prozent der Listenplätze mit Frauen besetzt werden müssen. Unter den Kandidaten für den Senat, wo die Frauenquote nicht gilt, sind es 15,9 Prozent.

Im Ausland registrierten sich 133.000 Polen, erklärte gegenüber Polnischen Rundfunk der Sprecher des Außenministeriums, Marcin Bosacki. In London und Chicago haben sich die meisten Polen - je 13.000- für die Wahlteilnahme registrieren lassen.


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