Pensionen: Zurück in die Siebzigerjahre
Vor 40 Jahren gingen die Österreicher später in Pension als heute. Nun basteln Die Sozialpartner daran, auf den alten Stand zu kommen.

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Verkehrte Welt: Vor 40 Jahren lebten die Österreicher kürzer, gingen aber später in Pension als heute. Das ist einmal mehr der Beweis dafür, dass das Pensionssystem nicht mit der Lebenserwartung Schritt hält und reformiert werden muss. Alle Pensionsreformen der letzten Jahre haben daran nichts geändert, zeigt nebenstehende Grafik. Kommenden Montag werden die Sozialpartner der Regierung neue Vorschläge über eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters unterbreiten. "Wir dürfen unseren Kindern keinen Rucksack umhängen", gibt Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner als Parole aus: "Ein Jahr später in Pension entlastet das Budget um eine Milliarde." Österreich ist mit seinen 59 Jahren Frühpensionsweltmeister.
Deutschland weit voraus
Von einer Anhebung des realen Antrittsalters, wie in Deutschland derzeit heftigst diskutiert, will man hierzulande überhaupt nichts wissen. Es bleibt bei 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen. In Deutschland gehen Männer und Frauen heute bereits de facto vier Jahre später in Pension als in Österreich, nämlich mit mehr als 63 Jahren. Die Sozialpartner wollen, so die Pläne, diverse Schlupflöcher schließen. Haubner will bei den Sonderpensionen (ÖBB, Nationalbank, Beamte, Politiker) ansetzen, auch ein Bonus-Malus-System ist im Gespräch. Durch hohe Abschläge sollte der Run auf die Frühpension gestoppt werden.
Im Büro von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) bäckt man kleine Brötchen - und sieht vor allem Handlungsbedarf bei der Invaliditätspension. Das Angebot an Rehabilitationsmaßnahmen soll drastisch ausgeweitet werden, in der Steiermark läuft dazu ein Pilotprojekt. Die Hackler-Regelung laufe ohnehin ab 2013 aus.
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Pensionsantritte

Grafik vergrößernFaktisches Pensionsantrittsalter seit 1970Grafik © Kleine Zeitung Grafik













