Syrische Truppen stürmen Dorf mit Panzer-Hilfe
Unterstützt von etwa 250 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen haben syrische Truppen am Samstag die schwer umkämpfte Ortschaft Al-Rastan gestürmt. Dort hatten sich in den vergangenen Tagen desertierte Soldaten verschanzt. "Die Stadt ist fast vollständig durch den Beschuss zerstört", berichteten Oppositionsaktivisten im benachbarten Libanon.
Bis zum Morgen seien bereits zehn Deserteure in den Kämpfen ums Leben gekommen. "Gegenwärtig wird noch im Norden von Al-Rastan gekämpft", sagte der Aktivist.
Nach Darstellung der Opposition haben sich in Al-Rastan etwa 2.000 Deserteure verschanzt. In den vergangenen Tagen häuften sich Berichte über steigende Zahlen von fahnenflüchtigen Soldaten und auch Offizieren der syrischen Armee, die sich weigern, auf Anordnung des Regimes auf das eigene Volk zu schießen.
Unterdessen schweißt das Blutvergießen in Syrien die traditionell zerstrittenen Oppositionsgruppen des Landes zusammen. Am Samstag trafen sich Vertreter von mehr als 70 verschiedenen Gruppierungen in Istanbul, um über eine Erweiterung des Mitte September gebildeten Übergangsrates zu verhandeln.
Ein Mitglied des Rates sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wir befinden uns jetzt in einer kritischen Phase, das haben jetzt alle verstanden." Es sei jedoch nicht einfach, einen Konsens zu finden, "weil jetzt wirklich erstmals alle Gruppierungen vertreten sind". Auch die Muslimbruderschaft sei bereit, sich dem Rat anzuschließen, hieß es aus Teilnehmerkreisen.
Die Ergebnisse der Verhandlungen sollen spätestens am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert werden. Gemeinsames Ziel aller Oppositionellen ist der Sturz des Regimes von Präsident Bashar al-Assad. Uneinigkeit gab es in den vergangenen Wochen jedoch über die Frage, welche Form von ausländischer Unterstützung den Revolutionären helfen könnte und ob sie angesichts der Militäroperationen gegen Demonstranten zu den Waffen greifen sollten.












