Tote bei Anschlägen in irakischer Stadt Kerbala
Bei einer heimtückischen Serie von Bombenanschlägen sind am Sonntag in der den Schiiten heiligen irakischen Stadt Kerbala mindestens 22 Menschen getötet worden. 90 weitere Menschen wurden verletzt, als in unmittelbarer Folge vier Sprengsätze in der Nähe von Verwaltungsgebäuden explodierten, bestätigten Krankenhausärzte und Helfer in der Stadt rund 100 Kilometer südlich von Bagdad.
Die erste Bombe, die in einem abgestellten Fahrzeug versteckt war, detonierte vor einem Meldeamt, vor dem sich eine große Menschenmenge wartete. In kurzer Abfolge explodierten in nächster Nähe drei weitere Sprengsätze, nachdem Ambulanzen und Nothelfer eingetroffen waren, um die Opfer der ersten Bombenexplosion zu versorgen.
Zu der Terrortat bekannte sich zunächst niemand. Die Behörden sperrten die Einfahrten nach Kerbala ab und leiteten eine umfassende Fahndung nach den Tätern ein. Hinter dem Anschlag wurden sunnitische Extremisten vermutet. Am Donnerstag hatte ein Selbstmordattentäter dort vier Menschen mit in den Tod gerissen und 17 andere verletzt.
Kerbala liegt knapp 100 Kilometer südlich von Bagdad und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mit ihren heiligen Stätten ist die Stadt einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für schiitische Muslime aus aller Welt. In Kerbala steht die Grabmoschee Husseins, des im Jahr 680 in einer Schlacht gefallenen Enkels des Propheten Mohammed. Der imposante Bau mit seiner goldenen Kuppel und den vergoldeten Minaretten überragt die Stadt und ist der bedeutendste Anziehungspunkt für die Pilger. Kerbala und die Nachbarstadt Najaf, wo schiitische Pilger den Imam-Ali-Schrein besuchen, waren in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplätze blutiger Anschläge.












