Türkei droht Zypern im Rohstoff-Streit mit Marine

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Die Suche nach Öl und Gas im Mittelmeer hat einen Streit zwischen der Türkei und Zypern ausgelöst. Die Regierung in Ankara forderte das EU-Mitglied Zypern auf, die Erkundungsarbeiten mit der US-Firma Noble Energy sofort zu stoppen und drohte auch mit dem Einsatz der Marine. Ministerpräsident Erdogan erklärte, die Türkei habe ihrerseits ein entsprechendes Abkommen mit Nord-Zypern geschlossen.
Sein Land könnte noch in dieser Woche mit eigenen Erkundungsarbeiten rund um die Insel beginnen. Der türkische Energieminister Yildiz begründete die Forderung nach einem Stopp der zypriotischen Sucharbeiten mit einem geplanten Abkommen über die Festsetzung der Seegrenze mit der international nicht anerkannten Regierung des türkisch-sprachigen Nord-Zypern. Der Vertrag würde der türkischen Ölfirma TPAO die Präsenz in den Gewässern vor Nord-Zypern gestatten. Yildiz sagte, die Marine seines Landes könnte türkische Erkundungsschiffe eskortieren. Erdogan kündigte an, die Türkei werde die Region mit Flugzeugen, Fregatten und Torpedobooten überwachen.
Der stellvertretende Regierungssprecher Zyperns, Christos Christofides, sagte im staatlichen Fernsehen, die Drohungen seien inakzeptabel. "Die Türkei ist eine Besatzungsmacht in Zypern. Seine Unnachgiebigkeit verhindert eine faire und machbare Lösung des Zypern-Problems", sagte er. Gleichzeitig erwarte die Türkei offenbar, sie könne die souveränen Rechte Zypern in Geiselhaft nehmen.
Der diplomatische Streit fällt in eine Zeit, in der sich auch die Beziehungen der Türkei zu Israel verschlechtert haben. Nobles Partner, die israelische Delek Group, darf an den Bohrungen vor der zypriotischen Küste teilnehmen.












