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Zuletzt aktualisiert: 17.09.2011 um 15:51 UhrKommentare

Schönborn bleibt kompromisslos

Kardinal Christoph Schönborn bleibt konsequent auf der Linie Roms und macht der Pfarrer-Initiative neuerlich keine Hoffnung auf Umsetzung ihrer Forderungen. Strukturreformen seien zwar notwendig, Priesterinnen aber undenkbar.

Foto © Reuters

"Wenn ich in unserer Diözese aus der Gemeinschaft der katholischen Kirche ausscheren würde, dann würde ich unsere Diözese in ein Schisma führen. Dazu stehe ich nicht zur Verfügung", sagte Schönborn am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast". Er sehe seine Verantwortung darin, die Einheit der Kirche zu bewahren. Dass diese zerbrechen könne, habe die Geschichte mit vielen Beispielen gezeigt.

Er sei sich mit der Priester-Initiative einig, dass Strukturreformen notwendig seien, erläuterte Schönborn. "Aber wir haben andere Lösungsansätze." "Wir gehen den Reformweg des Zweiten Vatikanischen Konzils." Dieser sei bei weitem noch nicht umgesetzt. Regeländerungen seien nur mit einem Konzil möglich.

Der Wiener Erzbischof bekräftigte, dass Frauen nicht zu Priestern geweiht werden könnten. "Die Frau ist Priesterin. Jede Getaufte und jeder Getaufte ist Priester", erläuterte Schönborn. Das besondere Priestertum aber habe Jesus den Aposteln vorbehalten: "Es gibt dafür den ganz klaren Grund, dass Jesus für das Apostelamt Männer ausgewählt hat, und an diese Wahl weiß sich die Kirche gebunden." Die Berufung von Frauen in der Glaubensgemeinschaft der Kirche könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. "Ich bitte nur inständig, dass wir von dieser Priesterfixierung ein wenig loskommen."

Bezüglich der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene bekräftigte Schönborn, dass es einen "seelsorglichen Weg" für Situationen gebe, wenn es um "schuldlos" Geschiedene gehe. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Kommunion heutzutage als zu selbstverständlich hingenommen werde. Alle miteinander sollten sich fragen, was Kommunion bedeute.

Schönborn sieht eine neue Art von Kirche sich herausbilden "in einer radikal sich ändernden Gesellschaft". Als Beispiel dient ihm der zehnte Wiener Bezirk, in dem man als aktive Gemeinde in der Minderheit sei. "Wie damit umgehen, nicht eine Sekte zu werden, (...) sondern sich zu verstehen als Sauerteig, als Ferment, als positives Element in einer pluralistischen Gesellschaft mit einem sehr spannenden Lebensangebot - dem christlichen." Schönborn sieht zwar auf der einen Seite die Volkskirche im Schrumpfen. "Aber auf der anderen Seite gibt es auch unglaublich spannende Momente volkskirchlicher Lebendigkeit, die sogar im Wachsen sind." Als Beispiel nennt er Pilger- und Wallfahrtswesen, das überall in Europa boomt. "Wir haben kleine Kerngemeinden von bewussten und engagierten Christen, Katholiken, und wir haben ein Umfeld von Sympathisanten", so der Wiener Erzbischof.

Der Kardinal empfiehlt in der ganzen Kirchendebatte etwas mehr Humor. "Ein bisschen mehr lachen täte uns allen gut."


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