Mehr Persönlichkeitsschutz im Internet gefordert
Es braucht dringend Nachbesserungen im Bereich des Persönlichkeitsschutzes im Internet - das bisherige Datenschutzrecht ist angesichts der vernetzten Welt überholt, waren sich die Medienrechtsexperten Maria Windhager und Walter Berka am Freitag beim Österreichischen Rundfunkforum einig. "Die Rechtsprechung hinkt hier deutlich hinterher", kritisierte Windhager.
Vor allem bedürfe es auch im Internet eines besseren Opferschutzes, denn "mangelnder Opferschutz bedeutet Täterschutz". Windhager prangerte vor allem die ihrer Meinung nach bewusste Namens-Veröffentlichung von Opfern und Tätern in zahlreichen kommerziellen Onlinemedien an. "Alle wissen, dass sie damit Persönlichkeitsschutzrechte verletzen. Aber sie nehmen es in Kauf. Daher muss man sich überlegen, wie man sie zum Opferschutz zwingen kann."
Mindestens ebenso problematisch sei aber auch die Flut an Veröffentlichungen von Privatpersonen auf kommerziellen und nicht-kommerziellen Onlineseiten, wo permanente Datenschutzverletzungen stattfänden. Windhager hält es für notwendig, den Menschen schon von Kindesbeinen an eine gewisse Medienkompetenz anzulernen. "Hier muss man in den Schulen und bei der Bildung ansetzen", so Windhager.
Mangelnde Medienkompetenz von Postern beschäftigt auch Gerlinde Hinterleitner, Chefredakteurin von derStandard.at. Grundsätzlich stellte Hinterleitner fest: "Foren sind nicht so schlecht wie ihr Ruf." Bei derStandard.at sei man darum bemüht, "anständige Diskussionen stattfinden zu lassen und Sorgfaltspflicht zu gewährleisten", so Hinterleitner. Um die durchschnittlich 17.000 Postings pro Tag dementsprechend zu prüfen, bedient man sich beim Online-Standard einer Software, die die Postings auf "gewisse unerwünschte Worte" hin untersucht. Wenn diese Wörter vorkommen, wird das Posting an die Redaktion weitergeleitet, die dann über die Veröffentlichung entscheidet.












