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Zuletzt aktualisiert: 08.09.2011 um 19:18 UhrKommentare

Kein Vertrauen in die Patienten-Akte "Elga"

Umfrage unter Ärzten in Niederösterreich zeigt: Sie haben kein Vertrauen in die "elektronische Gesundheitsakte".

Foto © APA

Seit 2009 lief die elektronische Gesundheitsakte "Elga" als Pilotprojekt in ausgesuchten Spitälern in Niederösterreich. In den nächsten acht Monaten wird es schrittweise in allen Landeskliniken eingesetzt. Mit der "Elga" sollen künftig Befunde und gesundheitsrelevante Dokumente - Laborbefunde, Röntgenbilder, Entlassungsbriefe und verabreichte Medikamente - gespeichert und für Ärzte und Patienten abrufbar sein. Der Nutzen: kürzere Wartezeiten und keine Doppeluntersuchungen für Patienten, weniger Arbeit, bessere Übersicht und kürzere Entscheidungswege für Ärzte.

"Seit Juni sind alle Daten im System und in Zukunft können rund 3000 Ärzte sowie 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege mit der elektronischen Gesundheitsakte arbeiten", gab Ende August der niederösterreichische Vize-Landeshauptmann Wolfgang Sobotka bekannt, "bei der Erstellung von "Elga" wurden sämtliche internationalen Standards der Datenschutzrichtlinie eingehalten."

Doch eine jüngst von der Ärztekammer Niederösterreich in Auftrag gegebene Umfrage unter Niederösterreichs Ärzten stellt "Elga" kein gutes Zeugnis aus: Bemängelt wird zum einen die "Informationsqualität" durch die Verantwortlichen, zum anderen die Datensicherheit.

Weigerung empfohlen

"Von den Befragten fühlen sich nur 42 Prozent ausreichend informiert", so Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer. Noch schlechter erscheint das Umfrageergebnis in Bezug auf Datensicherheit: "Obwohl nach Angaben der Betreibergesellschaft dem Datenschutz höchste Priorität eingeräumt wird, vertrauen nur 30 Prozent unserer Ärzte darauf", so Reisner weiter.

Die Ärzte wurden außerdem befragt, ob sie den Patienten ein "Opting-out", also eine Weigerung zur Datenspeicherung empfehlen würden. Das Ergebnis zu dieser Frage ist aus Reisners Sicht bemerkenswert: "In Summe würden 36 Prozent, also mehr als ein Drittel der Ärzte, die Empfehlung zum Opting-out geben."

Reisner: "Ich würde mir wünschen, dass über ,Elga' mehr kooperiert und informiert wird."


Patientenakte im Netz

"Elga" steht für ELektronische Gesundheitsakte.

Mithilfe der Datenbank sollen in Zukunft Befunde und gesundheitsrelevante Dokumente gespeichert und für Patienten sowie für Ärzte via Internet abrufbar sein.

Die Teilnahme an "Elga soll grundsätzlich für alle Patienten in Österreich gelten.

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