Norwegischer Geheimdienst räumt Fehler ein

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Die Leiterin des norwegischen Geheimdienstes PST hat mögliche Fehler ihrer Behörde im Fall der Anschläge vom 22. Juli zugegeben, bei denen 77 Menschen getötet wurden. "Wir müssen uns eingestehen, dass wir Fehler gemacht und unsere Prioritäten falsch gesetzt haben könnten", sagte Janne Kristiansen der Tageszeitung "Aftenposten".
Nach eigenen Angaben hatte der PST im Vorfeld des Doppelanschlages eine Namensliste von Menschen bekommen, die im Internet Chemikalien gekauft hatten, die zum Bau einer Bombe geeignet sind. Der Name des Attentäters Anders Behring Breivik stand demnach ebenfalls auf dieser Liste. Der Geheimdienst entschied jedoch, die Spur nicht zu verfolgen, da Breivik nicht aktenkundig war.
Kristiansen war in die Kritik geraten, weil sie kurz nach den Anschlägen behauptet hatte, ihre Behörde hätte das Unglück nicht verhindern können. Ihrer Einschätzung nach sei Breivik "ein einsamer Wolf" gewesen, den "selbst die Stasi" nicht hätte aufspüren können, hatte sie gesagt. Später entschuldigte sie sich für diese Äußerung.
Einen Rücktritt, den Oppositionspolitiker forderten, schloss Kristiansen jedoch aus: "Ich werde nicht inmitten des Sturms gehen", sagte sie der "Aftenposten". "Wenn man am Steuer ist, ist das Wichtigste, in den schwierigsten Zeiten dabei zu bleiben." Justizminister Storberget hat der Geheimdienstchefin seine volle Unterstützung ausgesprochen.
Behring Breivik hatte am 22. Juli auf der Insel Utöya das Feuer auf Teilnehmer eines Jugendlagers der regierenden Arbeiterpartei eröffnet und 69 Menschen getötet. Zuvor hatte der Rechtsextremist einen Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo verübt, bei dem acht Menschen starben.












