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Zuletzt aktualisiert: 02.09.2011 um 10:37 UhrKommentare

Rektorenchef: Studiengebühren für Sozialstiftung

Rektorenchef Sünkel lässt mit einem neuen Vorschlag zum Thema Studiengebühren aufhorchen: Ein Teil der Studienbeiträge, nämlich 25 Prozent, soll für eine Sozialstiftung verwendet werden.

Hans Sünkel

Foto © APAHans Sünkel

Der von Wissenschaftsminister Töchterle eingesetzte Weisenrat hat in seinen Empfehlungen für einen Hochschulplan u.a. die Wiedereinführung von Studiengebühren gefordert. Beim Vorsitzenden der Universitätenkonferenz (uniko), Hans Sünkel, laufen die Experten damit offene Türen ein. Sünkel schlägt der SPÖ nun vor, einen Teil der Studienbeiträge für eine Sozialstiftung zu verwenden.

Weil Sünkel die innenpolitische Realität - in diesem Fall das strikte Nein der SPÖ zu Studiengebühren - kennt, macht er im APA-Gespräch nun einen "Gegenvorschlag": "Ein Teil der Studienbeiträge, etwa 25 Prozent, sollte einer Sozialstiftung zugeführt werden, um daraus sozial benachteiligte Studenten finanziell zu unterstützen."

Damit würde das Argument der SPÖ entkräftet, Studiengebühren seien sozial nicht verträglich. "Das wäre eine Querfinanzierung von finanziell besser hin zu finanziell weniger gut Gestellten - und dagegen sollte sich die SPÖ nicht zur Wehr setzen", so der Rektorenchef. Den Expertenvorschlag eines "bescheidenen Semesterbeitrags" in Höhe von 500 Euro stimmt Sünkel zu, das wäre genau die indexangepasste Höhe der 2001 eingeführten Gebühren.

Den sonstigen Vorschlägen der Experten zur Uni-Finanzierung steht Sünkel zum Teil reserviert gegenüber: So lautet ein Vorschlag, neben der Bundesfinanzierung 790 Mio. Euro aus anderen Quellen wie Bundesländern und Wirtschaft zu lukrieren. Nach Ansicht des uniko-Chefs müssen die 21 öffentlichen Unis aber überwiegend vom Bund finanziert werden, das Expertenpapier spreche diese Notwendigkeiten aber nur eingeschränkt an, meint Sünkel.

Unterschiedliche Rahmenbedingungen

Zurecht bemängelt nach Meinung Sünkels der Expertenrat die unterschiedlichen Rahmenbedingungen zwischen Unis und Fachhochschulen. Außerdem kritisiert er einmal mehr die Regierung. Mitte der 1970er Jahre habe man seitens der Politik mit rund 16.000 Erstsemestrigen im maximalen Ausbauzustand der Unis gerechnet, heute gebe es drei bis vier mal so viele Anfänger.


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