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Zuletzt aktualisiert: 27.08.2011 um 14:25 UhrKommentare

Abchasien wählt Ankwab zum Präsidenten

Foto © APA

In der von Georgien abtrünnigen Provinz Abchasien hat der bisherige Vizepräsident Alexander Ankwab die Präsidentschaftswahl gewonnen. Ankwab errang bei der Wahl am Freitag knapp 55 Prozent der Stimmen, die Wahlbeteiligung lag bei mehr als 70 Prozent. Die Wahl war vorgezogen worden, nachdem der bisherige Präsident Sergej Bagapsch im Mai an Krebs gestorben war.

Unabhängige Beobachter sprachen mit Ausnahme kleinerer Mängel von einer insgesamt fairen und freien Wahl nach demokratischen Grundsätzen. Nach Behördenangaben verlief die Abstimmung ohne Zwischenfälle. Georgien hatte im August 2008 nach dem Südkaukasuskrieg gegen Russland die Kontrolle über Abchasien sowie sein abtrünniges Gebiet Südossetien komplett verloren. Die Führung in Tiflis kritisierte die Abstimmung als unrechtmäßig.

Die NATO erkennt die Wahl indes nicht an. "Das Abhalten von solchen Wahlen trägt nicht zu einem friedlichen und dauerhaften Ausgleich der Lage in Georgien bei", erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Samstag in Brüssel. Die westliche Allianz unterstütze die Souveränität und Integrität Georgiens. Russland hingegen hatte das frühere sowjetische Ferienparadies mit Palmenstränden und bergigen Landschaften 2008 nach dem Krieg als unabhängiges Land anerkannt. Diesem Schritt folgten international nur wenige Länder.

Ankwab sagte in einer ersten Reaktion, dass Russland weiter strategischer Partner des Landes bleibe. Er hatte als Vizepräsident in den vergangenen drei Monaten nach dem Tod von Bagapsch vorübergehend die Amtsgeschäfte geführt. Ankwab versprach im Wahlkampf vor allem eine Besserung der medizinischen Versorgung, einen Wiederaufbau der Landwirtschaft und des Tourismus.

Abchasien ist immer noch von dem blutigen Konflikt mit Georgien, unmittelbar nach dem Zerfall der Sowjetunion, schwer gezeichnet. In einem Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur hatte Ankwab wenige Tage vor der Wahl gesagt, dass die Trennung von Georgien unumkehrbar sei. Abchasien werde weiter um internationale Anerkennung ringen.

Quelle: APA

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