Humanitäre Situation in Tripolis spitzt sich zu

Foto © APA
Knapp eine Woche nach der Eroberung durch libysche Rebellen spitzt sich die Lage in der Hauptstadt Tripolis dramatisch zu. Als Folge der Kämpfe sind Lebensmittel und Treibstoff knapp und teuer geworden. Das Wasser wurde abgestellt. Es fehlt an Medikamenten in der Millionenmetropole. In einem Krankenhaus wurde Hunderte Leichen entdeckt, auf einer Militärbasis 50 verkohlte Leichen.
Geplündert wird vor allem in Villenvierteln. Die Rebellen baten um dringende humanitäre Hilfe für die Hauptstadt Tripolis. Alle Hilfsorganisationen seien darüber informiert worden, dass in der Stadt dringend Medikamente, Erste-Hilfe-Ausrüstung und chirurgisches Material benötigt werde, sagte der Chef des Nationalen Übergangsrates der Rebellen, Mustafa Abdul Jalil, am Samstag in Bengasi. Daneben mangele es auch an Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Dingen. Polizeiliche Hilfe aus dem Westen lehnen die Rebellen aber ab.
In Libyen gibt es auch neue Spekulationen, wo der langjährige Diktator Muammar al-Gaddafi untergetaucht sein könnte. Arabische Medien zitierten einen Rebellenkommandanten in der Stadt Ghadames (rund 550 Kilometer südwestlich von Tripolis), wonach der 69-Jährige möglicherweise versuche, über Tunesien zu fliehen. Jalil betonte aber, er habe keine gesicherten Informationen über den Aufenthaltsort von Gaddafi oder seinen Söhnen. Auch die Regierung in Algier hat Berichte über eine mögliche Flucht Gaddafis über die Grenze nach Algerien "kategorisch" zurückgewiesen. "Diese Information entbehrt jeglicher Grundlage." Ein Konvoi gepanzerter Fahrzeuge hatte zuvor Spekulationen ausgelöst, Gaddafi könnte sich in das Nachbarland abgesetzt haben.
Nachdem sich die Auseinandersetzungen in Tripolis etwas gelegt haben, wird allmähliche das ganze menschliche Ausmaß des Konflikts sichtbar. So sind in einem Spital in einem Stadtteil, in dem heftige Kämpfe getobt hatten, mehr als 200 im Zustand der Verwesung befindliche Leichen entdeckt worden. Das berichtete der britische Sender BBC. Ein BBC-Korrespondent sah in den Gängen des Abu-Salim-Krankenhauses die Leichen von Männern, Frauen und Kindern.













