Elf Tote bei Anschlag auf Kaserne in Algerien
Bei einem Doppel-Selbstmordanschlag vor einer Militärakademie sprengten sich in der Nacht auf Samstag zwei Attentäter beim Fastenbrechen in die Luft.

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Bei dem Doppel-Anschlag auf eine Militärakademie in Algerien sind offiziellen Angaben zufolge elf Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um neun Offiziere und zwei Zivilisten, teilte das algerische Verteidigungsministerium am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur APS mit. Zudem seien bei dem Anschlag in der Hafenstadt Cherchell rund einhundert Kilometer westlich von Algier 32 Menschen verletzt worden, sechs von ihnen schwer. Aus Krankenhauskreisen war die Zahl der Todesopfer nach dem Anschlag am Freitag zunächst mit 18 angegeben worden.
Laut der Zeitung "El Watan" sprengten sich bei dem Anschlag am Freitagabend zwei Selbstmordattentäter vor der Offiziersmesse der Militärakademie im Abstand weniger Sekunden in die Luft. In dem Gebäude hatten sich gerade die Offiziere zum abendlichen Fastenbrechen (Iftar) im muslimischen Fastenmonat Ramadan versammelt.
Immer wieder Anschläge
Von offizieller Seite gab es zunächst keine Bestätigung für die Angaben, die algerischen Behörden sind sehr zurückhaltend bei derartigen Vorfällen. Trotz der nationalen Versöhnungspolitik unter Präsident Abdelaziz Bouteflika seit Anfang 2000 und ein Amnestieangebot an Angehörige islamistischer Gruppen, die dem bewaffneten Kampf abschwören, kam es immer wieder zu Anschlägen.
Seit Anfang August intensivierten die Islamisten in Algerien ihre Angriffe im Osten des Landes wieder, insbesondere in der Region Kabylei. Ziele waren in allen Fällen die Sicherheitskräfte des Landes. Erst am Dienstagabend wurden in der Region Bordj Bou Arreridj rund 220 Kilometer südöstlich der Hauptstadt zwei Polizisten und ein Soldat bei einem Anschlag getötet.
Beobachter sehen die jüngste Offensive der algerischen Islamisten im Zusammenhang mit dem Chaos im benachbarten Libyen. Bisher sind die Volksaufstände in der arabischen Welt nicht auf Algerien übergeschwappt, während die langjährigen Machthaber der Nachbarländer Tunesien und Libyen gestürzt wurden. Wichtigste islamistische Terrorgruppe in Algerien ist die "Al Kaida des Islamischen Maghreb" (AQMI), die auch für die Entführung von westlichen Sahara-Touristen berüchtigt ist.












