Finanz- und Börsenkrise bringt uns 200 Millionen
Weil Investoren sichere Anlagen suchen, reißen sie sich um österreichische Staatspapiere, deren Zinsen sinken.

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Jetzt zeigt sich, wie viel es wert ist, als Schuldner wie Österreich eine "AAA"-Bonität und damit besten Ruf zu genießen: Die Nachfrage nach österreichischen Bundesanleihen ist zuletzt um das Vier- bis Fünffache gestiegen. Sie gehen weg wie die warmen Semmeln - obwohl sie für Käufer zunehmend weniger Rendite abwerfen. Der Ertrag aus solchen Anlagen - orientiert an einer zehnjährigen "Benchmarkanleihe" mit einem Kupon von 3,5 Prozent und einer Laufzeit bis September 2012 - ist seit April von 3,8 auf 3,4 Prozent im Juli und gestern auf 2,55 Prozent gesunken.
Während Anleihen hoch verschuldeter Staaten wie Griechenland oder Portugal richtige Ladenhüter geworden sind, weichen verunsicherte Investoren auf die vergleichsweise sicheren Staatsanleihen Österreichs aus und treiben deren Kurse nach oben. Diese für die Refinanzierung der Republik höchst erfreuliche Tatsache könnte bedeuten, dass sich Österreich heuer rund 200 Millionen Euro ersparen wird, heißt es bei der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA).
Jedenfalls dann, wenn die für Österreichs Anleihen schon seit Jahren rückläufige Verzinsung niedrig bleibt. Ein Prozentpunkt Zinsunterschied kostet oder bringt bei einem durchschnittlichen Finanzierungsbedarf der Republik von jährlich 25 Milliarden rund 250 Millionen. Keine Freude hätte die ÖBFA mit Eurobonds zur Finanzierung der Euroländer, weil sie uns schlechtere Konditionen bringen könnten.












