Uni-Rektoren schlagen geförderte Kredite gegen Finanznot vor
Gegen die immer mehr ins Minus rutschenden Universitäten würden österreichische Rektoren auf konventionelle Maßnahmen zurückgreifen. Harsche Kritik geht an Wissenschaftsminister Töchterle.

Foto © KLZD/Kanizaj
Mit Krediten gegen die Finanznot: Diesen konventionellen Vorgang aus der Wirtschaftswelt schlägt Gerald Bast, Vize-Präsident der Universitätenkonferenz (uniko) und Rektor der Uni für angewandte Kunst Wien, für die Universitäten vor. Im Interview mit "derStandard.at" schlägt er den unisono mehr Geld fordernden Unis vor, vom Bund geförderte Kredite aufnehmen. "Ob die Universitäten Kredite aufnehmen oder Anleihen begeben, ob der Bund das macht und den Universitäten das projektorientiert zuteilt, ist eine Frage der Details."
Der Staat bediene sich auch in anderen Bereichen dieser Logik, "bei den sogenannten Strukturinvestitionen" - von Koralm- und Brennerbasistunnel bis zum 100-Milliarden-Paket zur Rettung der Banken. "Jetzt frag ich mich, warum ist die geistige Infrastruktur, die notwendig ist, um Innovationskraft zu erhalten, nicht mindestens so viel wert?", so Bast.
An Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) übt der Rektor Kritik: "Es besteht die große Gefahr, dass er seinen Bonus verspielt, indem er die Universitäten immer und immer wieder vertröstet - und sich vielleicht auch selbst zu lange vertrösten lässt. Die Universitäten haben sehr große Hoffnungen in ihn gesetzt." Um den Ansturm deutscher Studenten zu bewältigen, sollten Politiker indes auf den europäischen Strukturfonds zurückgreifen. "Wenn man sich 10.000 Studienplätze zu 10.000 oder 15.000 Euro pro Jahr finanzieren lässt, hat man 100 bis 150 Millionen im Jahr."













