Misbrauch: Clearing-Verfahren abgeschlossen
Im jüngsten Fall von angeblichem kirchlichen Missbrauch liegt das Ergebnis des sogenannten Clearing-Verfahrens vor und wird demnächst die Opferschutzanwaltschaft beschäftigen. Laut Gutachten einer Psychologin sind die "Grenzverletzungen" durch zwei Kirchenvertreter als "gravierend einzuschätzen". Empfohlen wird eine weitere Therapie, angeführt wird auch eine mögliche 70.000-Euro-Entschädigung.
Bei der Opferschutzkommission bestätigte man der APA das Einlangen des Berichts, will ihn aber inhaltlich nicht kommentieren. Man werde sich in einer der nächsten Sitzungen damit auseinandersetzen.
Bereits im Frühling des Jahres hatte die Opferschutzanwaltschaft der Betroffenen eine Therapie zugesprochen. Die Entscheidung über eine mögliche finanzielle Entschädigung wurde davon abhängig gemacht, dass die Frau ein sogenanntes "Clearing-Verfahren" durchläuft. Es handelt sich dabei um Gesprächs-Sitzungen mit einer Psychologin im Ausmaß von insgesamt zehn Stunden.
Dieses Clearing ist nun abgeschlossen, der "klinisch-psychologische Kurzbericht" der Psychotherapeutin liegt vor. Darin wird "aus klinisch-psychologischer Sicht" ein "eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen den jahrelang wiederholt erlittenen sexuellen Missbrauchshandlungen, Gewalterfahrungen psychischer Art" und dem laut Gutachten Besorgnis erregenden psychischen Zustand der Betroffenen erkannt.
Kommissionssprecher Herwig Hösele bestätigt, dass das Dokument mittlerweile bei der Kommission eingelangt ist. "Wir werden uns in einer der nächsten Sitzungen damit befassen", sagt er. Nach dem Sommer treten die Mitglieder im September erstmals wieder zusammen. Inhaltlich will er die Expertise "in keiner Weise" kommentieren.
Die Betreuer der betroffenen Frau "gehen davon aus, dass sich die Kommission selbst ernst nimmt und die Entschädigung wie vorgeschlagen bewilligt", erklärt ein Sprecher der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt gegenüber der APA. Im übrigen unterstreicht die Plattform einmal mehr ihre Forderung nach einer staatlichen Kommission.












