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Zuletzt aktualisiert: 12.08.2011 um 14:42 UhrKommentare

Der elitäre Club der Triple-A-Länder

Immer wieder wurde in den vergangenen Wochen von Ratings gesprochen. Vor allem der Verlust des Triple A-Ratings der USA hat schwere Auswirkungen gehabt. Der Klub der Triple-A-Länder ist damit auf 18 geschrumpft. Österreich ist noch mit dabei.

Foto © Reuters

Im "Club der Triple A-Länder" finden sich jene Staaten, denen von den Ratingagenturen die beste Kreditwürdigkeit zugestanden wird. Österreich zählt zum Kreis dieser Länder, die auf den Finanzmärkten als Musterschüler gelten und daher vergleichsweise niedrige Zinsen auf Staatsanleihen zahlen müssen. Weitere Euro-Staaten mit Triple-A-Bonität sind noch Deutschland, Frankreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Weiters haben in Europa die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Schweden, Dänemark und Großbritannien die Bestnote.

Auch die Steueroasen Guernsey und Isle of Man finden sich bei der Ratingagentur Standard&Poor's (S&P) auf der Bestenliste. Außerhalb Europas werden nur Australien, Hongkong, Kanada und Singapur mit einem Triple-A geratet. Damit hat S&P nur 18 Ländern in allen Kategorien die beste Note gewährt.

Während die USA ihr "AAA"-Rating von Standard & Poors's Anfang August verloren haben, hat Moody's die Vereinigten Staaten weiter mit dem Triple-A geratet.

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt beispielsweise bei Standard & Poor's und Fitch mit der Bestnote AAA (Englisch: "Triple A"). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch "Ramsch" (englisch: "Junk") genannt wird. Die Skala reicht bis D - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist.

Oligopol-Struktur

Der Markt der Ratingagenturen wird von den "Großen Drei" beherrscht, die 95 Prozent des Markts abdecken: Standard & Poor's, Moody's und Fitch prüfen die Kreditwürdigkeit von Staaten, Banken und Unternehmen weltweit. Österreich zahlt dafür pro Jahr 529.629 Euro, hat das Magazin "trend" bei der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) recherchiert.

Die drei großen Ratingagenturen sind in den vergangenen Jahren zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Einerseits haben sie die Finanzkrise nicht erkannt und zahlreichen Papieren gute Noten gegeben, die sich später als "subprime" herausstellten. Später wurde bei kriselnden Euro-Ländern wie Griechenland die Bonität auf Ramschstatus abgewertet, obwohl milliardenschwere Hilfspakete geschnürt und Sparbemühungen demonstriert wurden.

Kritiker werfen den Ratingagenturen vor, mit ihren Herabstufungen Öl ins Feuer gegossen und die Krise quasi durch sich selbst erfüllende Prophezeiungen noch verschärft zu haben. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble forderte, das "Oligopol" der Ratingagenturen zu brechen. Bemühungen zur Schaffung einer europäischen Ratingagentur, um den drei US-Agenturen ein europäisches Institut entgegenzusetzen, sind bisher nicht von Erfolg gekrönt.


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