KFOR-Truppen übernehmen Kontrolle über Grenzübergang
Im Kosovo haben 50 maskierte Serben mit Äxten und Molotowcocktails einen Grenzübergang gestürmt und danach auf Nato-Soldaten geschossen. KFOR-Truppen übernahmen nun den Grenzposten.

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Die internationale Schutztruppe KFOR hat in der Nacht auf Donnerstag die Kontrolle über den Grenzübergang Jarinje an der Grenze zu Serbien übernommen. Das Gebiet im nördlichen Kosovo wird mehrheitlich von Serben bewohnt. Stunden zuvor war der Grenzübergang von einer Gruppe ortsansässiger Jugendlicher in Brand gesetzt und völlig demoliert worden. Gegen einen naheligenden KFOR-Stützpunkt wurden Molotow-Coctails geworfen. Medienberichten zufolge waren auch Schüsse zu vernehmen.
Laut dem Belgrader Sender B-92 ist die Stationierung von US-Soldaten der internationalen Schutztruppe am Grenzübergang Jarinje ein Ergebnis der Gespräche, welche serbische Regierungsvertreter in der Nacht auf Donnerstag mit dem KFOR-Befehlshaber Erhard Bühler führten. Den Grenzübergang konnten zunächst nur Personenwagen passieren. An dem umstrittenen Grenzübergang habe es in den frühen Morgenstunden keine Präsenz von kosovarischen Polizisten gegeben, berichtete der Sender.
Am Grenzübergang Brnjak, westlich der kosovarischen Stadt Mitrovica, der in der Nacht auf Dienstag von der kosovarischen Sonderpolizei-Einheit Rosu übernommen worden war, arbeiten unterdessen kosovarische Grenzpolizisten und Zöllner. In der Umgebung des Grenzüberganges sei eine starke Präsenz der KFOR sichtbar, berichteten lokale Medien.
US-Soldaten haben in der Nacht auf Donnerstag auch den Verkehrsweg zwischen Mitrovica und Jarinje im Kosovo blockiert, um eventuelle weitere Angriffe auf den Grenzübergang zu verhindern. Die Brücke in Mitrovica zwischen dem südlichen albanischen und dem nördlichen serbischen Stadtteil der Stadt wurde ebenfalls von KFOR-Soldaten blockiert.
Serbische Parlamentsparteien haben am Donnerstag ausnahmslos das Niederbrennen des Grenzüberganges Jarinje verurteilt. Regierungssprecher Miki Mihajlovic erklärte gegenüber dem staatlichen TV-Sender RTS, der Angriff auf Jarinje sei ein "fataler Fehler" gewesen. Bei den Angreifern würde es sich seiner Ansicht nach um Anhänger jener Gruppen handeln, die nach der Verkündung der Unabhängigkeit des Kosovo im Februar 2008 in Belgrad die US-Botschaft in Brand gesteckt hatten und andere westliche Botschaften angriffen.
Der höchste serbisch-orthodoxe Würdenträger im Kosovo, der Bischof von Prizren und Raska, Wladika Teodosije (Sibalic), appellierte an alle Beteiligten, die Probleme am Verhandlungstisch zu lösen.













