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Zuletzt aktualisiert: 24.07.2011 um 19:10 UhrKommentare

Erneut hunderte Festnahmen in Damaskus

Foto © APA

In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten erneut Hunderte Menschen festgenommen. Die Armee habe Straßensperren bei Zugang zum Stadtteil Qaboun errichtet, sagte der Chef der syrischen Menschenrechtsliga, Abdel Karim Rihawi, am Sonntag. Festnahmen gebe es auch in dem Stadtteil Rukn al-Din.

Der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, Rami Abdel Rahman, sagte, mit Schnellfeuergewehren bewaffnete Soldaten würden die Zugänge zu Qaboun kontrollieren und vor den Moscheen patrouillieren. Sicherheitskräfte würden in Qaboun auf der Suche nach Waffen Häuser durchkämmen und Anrainer festnehmen.

In der syrischen Protesthochburg Homs setzten Sicherheitskräfte nach Angaben Rihawis ihren Einsatz gegen Regierungsgegner fort. In zwei Stadtteilen seien zahlreiche Soldaten und Polizisten im Einsatz. Die Zahl der Militär- und Sicherheitseinsätze in der Region nehme zu. Das 160 Kilometer nördlich von Damaskus gelegene Homs ist eine der Hochburgen der seit mehr als vier Monaten im Land stattfindenden Proteste gegen die Führung in Damaskus, gegen die die Sicherheitskräfte gewaltsam vorgehen. In den vergangenen acht Tagen starben nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten in Homs mindestens 50 Menschen beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Regierungsgegner oder bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und -anhängern.

Beim Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Proteste gegen Staatschef Assad wurden laut Menschenrechtsorganisationen landesweit mindestens 1.400 Zivilisten getötet und mehr als 12.000 weitere festgenommen. Assad hat angesichts des Drucks der Proteste unterdessen den Gouverneur der nordöstlichen Provinz Deir al-Zor ausgetauscht. Hussein Arnus wurde am Sonntag per Präsidentenerlass an die Spitze der Provinz Al-Qunaytirah an der Grenze zu den israelisch besetzten Golanhöhen versetzt. Sein Nachfolger in Deir al-Zor, wo auch viele Kurden leben, wurde Samir Othman al-Scheikh, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Quelle: APA

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