"Tierschutz forciert die Agrarindustrie"
Ein Vorhaben der Volksanwaltschaft bringt die Schweinehalter unter Druck. Doch die Bauern sind vehement dagegen, dass das Höchstgericht vorschreibt, wie sie Schweine halten.

Foto © APA I VÖS I HARALD KLEMMDie Kastenstände für Muttersauen schützen Ferkel auch davor, von der Mutter erdrückt zu werden
Die Bürgervertretung der Volksanwaltschaft will den Verfassungsgerichtshof (VfGH) anrufen, weil sie in der Art, wie bei uns Muttersauen vor und nach der Geburt der Ferkel gehalten werden (Kastenstände), als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sieht. Für Fritz Grillitsch, Präsident des Bauernbundes, geht es nicht um Tierschutz, sondern um "bauernfeindliche Politik" der SPÖ. Denn deren Volksanwalt sei hier neben dem roten Gesundheitsminister Alois Stöger vorrangig tätig. Die Kastenstände seien in fast ganz Europa Standard. Wer sie abschaffen wolle, sei für "mehr ausländische Schnitzel auf dem Tisch". Die teuren Umbauten in den Ställen könnten sich nur die größeren Betriebe leisten, so Grillitsch. Die kleinen und mittleren Bauern, welche das höchste Vertrauen der Öffentlichkeit genießen, könnten die Investitionen nicht finanzieren und würden zum Aufgeben gezwungen. "Der Tierschutz begünstigt die Agrarindustrie", schlussfolgert der Politiker.
Selbst die Volksanwaltschaft räumt diese Problematik ein. In einem Papier heißt es, die geforderten Änderungen würden für die Schweinebauern "zweifellos weitere Herausforderungen darstellen". Nächste Woche soll ein Gespräch zwischen Gesundheitsminister Stöger und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich eine Annäherung der Standpunkte bringen.













