Katholische Aktion gegen "Ökonomisierung"
Ein klares Nein zur Abschaffung von gesetzlichen Feiertagen kam am Mittwoch vom Präsidenten der Katholischen Aktion Steiermark. Kritik kam auch vom Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW).

Foto © APA/Sujet
Ein klares Nein zur Abschaffung von gesetzlichen Feiertagen kam am Mittwoch vom Präsidenten der Katholischen Aktion Steiermark, Hans Putzer. Die Diskussion war vorige Woche in der Steiermark aufgeflammt, als diese Forderung vom Wirtschaftsbund-Direktor Kurt Egger erhoben wurde. Putzer kritisierte die Bestrebungen zur "weiteren Ökonomisierung der Gesellschaft sowie die Reduzierung von Menschen zu Produktionsfaktoren". Kritik kam auch vom steirischen Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW): Dessen Obmann Erich Schoklitsch erklärte, wichtiger als eine Streichung von Feiertagen wäre eine Steuerreform für Arbeitgeber und -nehmer.
"Während sich anderswo in Europa Allianzen für einen möglichst arbeitsfreien Sonntag bilden", so Putzer, "wollen sichtlich manche politische Hinterbänkler hierzulande die Gunst des weitgehend politikschlagzeilenfreien Sommerlochs nutzen." Die Wirtschaft habe dem Menschen zu dienen und nicht umgekehrt. "Oder soll es künftig heißen: 'Geht's der Wirtschaft gut, geht's den Menschen schlecht?'" fragte Putzer in einer Aussendung. "Und vor allem: Wo sind die Grenzen dieses Sozialabbaus? Mit den gleichen Argumenten könnte auch die Fünftagewoche infrage gestellt werden. Auch soziale Standards seien letztlich eine Standortqualität", so der Präsident. Der kulturelle Wert von Feiertagen liege auch im gemeinsamen Innehalten einer Gesellschaft.
Kritik auch vom RfW
Der steirische RfW-Chef Schoklitsch erklärte, "freilich" seien die Ertragssituation der heimischen Unternehmen schlecht und die Lohnnebenkosten sehr hoch. Doch daran würde die vom Wirtschaftsbund vorgeschlagene Streichung von Feiertagen oder deren Verlegung auf Sonntage überhaupt nichts ändern. "Dieser Vorschlag setzt bei den Symptomen an, statt das Problem selbst zu lösen." Genauso wie die Verkürzung der Sommerferien auch keine Lösung für die Bildungsproblematik darstelle. Parallel zur Steuerreform müsste auch endlich die große Verwaltungsreform kommen, so Schoklitsch.












