Seilbahnbau in Nationalpark-Kernzone
Die Mölltaler Gletscher Bergbahnen bauen nicht nur ohne naturschutzrechtlicher Bewilligung, sie haben auch die Grundstücksgrenze zum Nationalpark Hohe Tauern überschritten. Die Bezirkshauptmannschaft Spittal stoppte daher den Bau.

Foto © KK/PrivatHaarscharf an der Grenze zur Nationalpark-Kernzone wird die Bergstation der geplanten Vierer-Sesselbahn errichtet
Von den Bauarbeiten zur neuen Vierer-Sesselbahn im Schigebiet Mölltaler Gletscher ist definitiv auch die Kernzone des Nationalparks (NP) Hohe Tauern betroffen. Wie berichtet, baut Seilbahnunternehmer Heinz Schultz bereits seit sechs Wochen, ohne eine naturschutzrechtliche Bewilligung dafür zu haben. Die Bezirkshauptmannschaft Spittal stoppte daher den Bau. Jetzt machten sich Nationalparkdirektor Peter Rupitsch, Großkirchheims Bürgermeister Peter Suntinger und Grundbesitzer Günter Fürstauer senior im Bereich der Kleinzirknitzscharte selbst ein Bild.
Bagger rollten an
Rupitsch bestätigt die Erdbewegungen im Nationalpark. Mehr noch: "Man kann nicht ausschließen, dass die Schipiste über Nationalparkgrund verlaufen wird. Das gilt es zu prüfen, daher habe ich bei der Bezirkshauptmannschaft Meldung erstattet."
Fürstauer als Grundbesitzer und Mitglied der Agrargemeinschaft Groß- und Kleinzirknitz war im Vorfeld nicht eingebunden: "Wenn ich auf meinem Grund Bagger rollen sehe, muss ich mich ja fragen, was los ist."
Für heute ist mit Mitarbeitern der Landesregierung ein Grenzfeststellungsverfahren anberaumt, bei dem Suntinger als Bürgermeister und Grundeigentümer dabei sein wird: "Die Wasserscheide ist die Grundstücksgrenze, die von den Bergbahnen eindeutig überschritten wurde. Ich verlange, den rechtmäßigen Zustand wieder herzustellen. Jeder kleine Häuselbauer muss sich an Gesetze halten, das verlange ich auch von Heinz Schultz." Dieser befindet sich noch immer im Urlaub und war trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar.
Projekt wird geprüft
Die Abteilung Wirtschaftsrecht und Infrastruktur des Landes, stellte die seilbahnrechtliche Baubewilligung aus. Abteilungsleiter Albert Kreiner: "Der Seilbahnbetreiber wurde von uns darauf hingewiesen, dass die naturschutzrechtliche Bewilligung fehlt. Dann erst hätte er bauen können." Heute wird sich herausstellen, ob die derzeitige Trasse für die Sesselbahn dem eingereichten Projekt (Gesamtinvestition sechs Millionen Euro) entspricht. Dem Anschein nach hat es nämlich eine spontane Trassenänderung gegeben.












