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Zuletzt aktualisiert: 17.07.2011 um 12:58 UhrKommentare

Neues Ermittlungsverfahren gegen Demjanjuk

Gegen den früheren KZ-Wachmann John Demjanjuk läuft ein neues Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Weiden in der Oberpfalz (Bayern) prüft laut Medienberichten Vorwürfe im Zusammenhang mit Demjanjuks Tätigkeit als Wachmann im Konzentrationslager Flossenbürg. "Es gibt einen Anfangsverdacht aufgrund einer Anzeige", sagte Weidens Oberstaatsanwalt Gerhard Heindl dem Berliner "Tagesspiegel".

Demnach stellten zwei Juristen, die mit dem abgeschlossenen Münchner Demjanjuk-Prozesses eng befasst waren, die Anzeige. Sie werfen dem 91-jährigen Demjanjuk und einem weiteren KZ-Wachmann vor, sich an der Ermordung von 4.974 Menschen im KZ Flossenbürg beteiligt zu haben.

Von der Staatsanwaltschaft und vom Oberlandesgericht Nürnberg waren am Sonntag keine Auskünfte zu erhalten. Wie die Nachrichtenagentur dpa vonseiten der KZ-Gedenkstätte erfuhr, soll es sich um ein Modellverfahren handeln, um künftig auch KZ-Wachleute außerhalb von Vernichtungslagern strafrechtlich verfolgen zu können.

Die Anzeige wurde nach Informationen von "Bild" zufolge bereits Ende Mai erstattet. Sie sei ursprünglich bei der Staatsanwaltschaft München eingegangen, von wo sie nach Weiden weitergeleitet wurde. In der Nähe liegt das frühere KZ. "Ein Ermittlungsverfahren ist eingeleitet. Wir sammeln Erkenntnisse", sagte Oberstaatsanwalt Heindl dem Blatt.

Laut "Tagesspiegel" stammt die Strafanzeige zum einen von Thomas Walther, der früher bei der Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg war und den Fall Demjanjuk entdeckt habe. Zudem habe der Kölner Strafrechtsprofessor Cornelius Nestler, der Organisator der Nebenklage im Prozess in München, Anzeige erstattet.

Demjanjuk war Mitte Mai wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28.060 Juden im Jahr 1943 im Vernichtungslager Sobibor zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zugleich hob das Landgericht den Haftbefehl als nicht mehr verhältnismäßig auf. Die Regierung von Oberbayern brachte Demjanjuk in einem Pflegeheim unter.

Quelle: APA

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