US-Truppenabzug aus Afghanistan begonnen

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Der angekündigte Truppenabzug der USA aus Afghanistan hat begonnen. Rund 650 US-Soldaten, die in der Provinz Parwan nordwestlich von Kabul stationiert waren, verließen das Land bereits am Mittwoch und werden nicht durch neue Truppen ersetzt, wie die US-Armee am Freitag mitteilte. Es handelt sich um den ersten konkreten Umsetzungsschritt des Ende Juni von Präsident Obama angekündigten Abzugsplans.
Präsident Obama hatte verlautbart, ab Juli bis zum Jahresende etwa 10.000 der derzeit rund 99.000 US-Soldaten abziehen zu wollen. Bis zum Sommer 2012 sollen insgesamt 33.000 US-Soldaten abgezogen werden. Bei den 650 abgezogenen Soldaten handelt es sich nach Armeeangaben um Angehörige der Nationalgarde von Iowa.
Vor dem Hintergrund leerer Staatskassen und der Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung wird in den USA vermehrt über die Zukunft des Einsatzes diskutiert. Vor allem nach der Erschießung von Al-Kaida-Chef Bin Laden Anfang Mai in seinem Versteck in Pakistan waren neue Forderungen laut geworden, den geplanten Truppenabzug zu beschleunigen, da es nun keinen Grund mehr für die hohe Zahl der in Afghanistan stationierten US-Soldaten gebe.
Die Zahl der zivilen Todesopfer in Afghanistan ist in den ersten Monaten dieses Jahres stark angestiegen. Im ersten Halbjahr 2011 seien 15 Prozent mehr Zivilisten getötet worden als im Vorjahreszeitraum, teilte die UNO-Mission in Afghanistan in Kabul mit. Auch habe es mehr zivile Opfer bei NATO-Luftangriffen gegeben.
Am Dienstag war der mit Drogen- und Waffenhandel sowie Korruption in Verbindung gebrachte Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, Ahmed Wali Karzai, ermordet worden. Die Taliban-Aufständischen bekannten sich umgehend zu dem Anschlag. Zahlreiche Anschläge mit vielen Toten zeigten in den vergangenen Tagen erneut, wie angespannt die Sicherheitslage in dem Land weiter ist.












